Wittstock/Mirow . Nach 17 Jahren wird es erstmals keine Osterwanderung der Bürgerinitiative Freie Heide in Fretzdorf (Ostprignitz-Ruppin) geben. "Unsere Aktionen waren immer ein klarer Protest gegen das Bombodrom und wir planen Ostern nichts", sagte Freie-Heide-Sprecher Benedikt Schirge am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa. Einige kleinere Friedensinitiativen wollten aber etwas organisieren. Die Bundeswehr hatte in der Kyritz-Ruppiner Heide einen der größten Tiefflugübungsplätze in Europa einrichten und das Bombardieren mit Übungsbomben trainieren wollen. Die Pläne wurden nach jahrelangem Protest im Juli 2009 aufgegeben. Die Ostermärsche mit bis zu 10 000 Teilnehmern in Fretzdorf gehörten zu den bundesweit größten Aktionen.
"Wir sind aber weiter an dem Thema dran", sagte Schirge. So soll an diesem Donnerstag in Neuruppin die "Kommunale Arbeitsgemeinschaft Kyritz-Ruppiner Heide" gegründet werden, die die zivile Nutzung des rund 14 000 Hektar großen Gebietes in die Wege leiten und koordinieren soll. Der AG gehöre neben Kommunen wie Wittstock und Rheinsberg auch die Initiative Freie Heide an. Beratend beteiligt sich daran auch die Protestbewegung Freier Himmel aus Mirow (Mecklenburg-Strelitz). Mit Hilfe der AG wolle sich zudem Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) nochmal ans Bundesverteidigungsministerium wenden, um endgültig eine Klarstellung über die Zukunft des riesigen Areals des Bundes zu erreichen.
Anfang Juli 2009 hatte die damalige Bundesregierung auf eine Nutzung des in Teilen munitionsverseuchten Geländes im Norden Brandenburgs als Luft-Boden-Schießplatz verzichtet. Das Gebiet hatte die Sowjetarmee nach 1945 besetzt und 1993 wieder geräumt. Bis heute fehlten aber rechtskräftige Aussagen der Bundesregierung zur Perspektive, kritisieren die "Bombodrom"-Gegner.
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