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Naturkatastrophen und niedrige Zinsen belasten Munich Re

München . Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re stellt sich nach hohen Schäden aus Naturkatastrophen auf ein schwieriges Geschäftsjahr ein. Wegen der Belastungen durch den Orkan "Xynthia" und das Erdbeben in Chile sowie der niedrigen Zinsen dürfte der Gewinn in diesem Jahr zurückgehen, erklärte das Unternehmen am Mittwoch in München.

Am angepeilten Überschuss von mehr als zwei Milliarden Euro in diesem Jahr hielt Konzernchef Nikolaus von Bomhard aber fest. 2011 sei dann wieder ein Gewinnanstieg in Sicht. Im vergangenen Jahr hatte die Munich Re noch 2,56 Milliarden Euro verdient. Weitere Geschäftschancen verspricht sich Bomhard durch den neuen Markenauftritt der Erstversicherungstochter Ergo und neue Lösungen in der Rückversicherung.

Mit dem Orkan "Xynthia", der Ende Februar in Europa wütete und mehr als 60 Menschenleben forderte, sowie dem Erdbeben in Chile mit mindestens 452 Toten hatte die Branche in den vergangenen Wochen zwei Großschaden-Ereignisse zu verkraften. Für die Munich Re dürften sich die Belastungen auf insgesamt rund eine halbe Milliarde Euro summieren, davon bis zu 100 Millionen Euro für "Xynthia". Der weitaus größere Teil entfällt damit auf das Erdbeben, das mit einer Magnitude von 8,8 das fünftstärkste jemals weltweit gemessene Beben war, wie das Unternehmen berichtete.

Den Schaden für die Versicherungswirtschaft durch das Beben sieht die Munich Re (früher: Münchener Rück) bei 4 bis 7 Milliarden US-Dollar. Mehrere Experten seien bereits in der Region unterwegs, um für eine schnelle Regulierung der Schäden zu sorgen. "Xynthia" dürfte einen versicherten Schaden von 1,5 bis 2,5 Milliarden Euro angerichtet haben, davon 300 bis 500 Millionen Euro in Deutschland, schätzt die Munich Re. Der Schweizer Konkurrent Swiss Re stellt sich auf Belastungen von etwa 100 Millionen Dollar (73,5 Mio Euro) durch "Xynthia" und 500 Millionen Dollar durch das Beben ein.

Die Eckdaten zum Geschäftsjahr 2009 hatte die Munich Re bereits vor einigen Wochen veröffentlicht. Weil Großschäden durch Naturkatastrophen weitgehend ausgeblieben waren und sich die Kapitalmärkte nach dem Schock der Finanzkrise erholten, konnte der Rückversicherer einen überraschend hohen Gewinnsprung verbuchen. Im laufenden Jahr dürfte die Erstversicherungstochter Ergo, die künftig mit einem einheitlicheren Markenauftritt am Markt agieren soll, deutlich besser abschneiden, erwartet Bomhard. Im Kerngeschäft mit Rückversicherungen werde es dagegen "verdammt schwer", auch nur in die Nähe der Ergebnisse aus dem vergangenen Jahr zu kommen.

Mit Blick auf das Aktienrückkauf-Programm sagte Bomhard, es sei der Ehrgeiz des Vorstands, auch den nächsten Schritt umzusetzen. Vor drei Jahren hatte das Unternehmen Aktienrückkäufe von mehr als 5 Milliarden Euro angekündigt. Mit dem noch laufenden Programm wären davon bereits 4 Milliarden Euro umgesetzt. Weitere Aktienrückkäufe werde man "sorgfältig prüfen".

Um sein Milliarden-Engagement bei griechischen Staatsanleihen bangt der Rückversicherer derweil nicht. "Wir beurteilen die Ausfallrisiken bei griechischen Anleihen als vertretbar im Vergleich zur Rendite", sagte Vorstandsmitglied Jörg Schneider. Zum Jahreswechsel hatte der Konzern rund 2,1 bis 2,2 Milliarden Euro in griechischen Staatsanleihen investiert. Auch in anderen Ländern mit Finanzproblemen wie Portugal und Irland ist die Munich Re mit Milliardensummen engagiert.

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