Garzau-Garzin . Vor dem Bau der Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung, kurz OPAL, sind jetzt auch im Altkreis Strausberg mehrere Teams dabei, archäologische Zeugnisse zu erfassen und zu bergen. Zwischen Garzau und Garzin sind zurzeit beiderseits der Straße Grabungen zu beobachten. Archäologin Beate Renner kann auf ihrer etwa 950 Meter langen und 27 Meter breiten Fläche bereits auf 232 Befunde verweisen: unter anderem einen kleinen Graben und mehrere Speichergruben, die sich im Boden bisher meist nur dunkel abzeichnen.
Schicht für Schicht wird abgetragen, um möglicherweise noch auf Funde wie Scherben und Knochen zu stoßen und damit auf weitere Hinweise auf eine Besiedlung in der jüngeren Bronzezeit bis in die vorrömische Eisenzeit, also 1200 bis 500 vor Christus. Auch auf eine Pfostensetzung macht sie anhand einer kleinen Rundung aufmerksam. Um Tiergänge auszuschließen, werden an diesen Stellen Profile angelegt. Doch das ist aufgrund des Frostes im Boden gar nicht so einfach.
"Wir decken die Befunde deshalb nachts mit Styropor ab und hoffen tagsüber auf ein bisschen Sonne", erklärt Beate Renner und fügt hinzu: "Bisher hat sie uns nicht im Stich gelassen." Außerdem enthalte der Sandboden bei Garzau weniger Wasser als der damit noch stärker gefrorene Lehmboden zum Beispiel in der Uckermark.
Die einstigen Speichergruben, die ursprünglich der Lagerung von Nahrungsmitteln dienten, seien später meist mit Abfall verfüllt worden. So stoße man häufig auf Keramik, die eine Datierung erleichtert. "Jede Zeit hat nun mal ihr eigenes Kaffeeservice", umschreibt es die Archäologin bildhaft.
Ob der kleine Graben einst Teil einer Befestigungsanlage gewesen ist, sei bisher reine Spekulation. Allerdings habe man auch schon Spuren von Palisaden gefunden. Alles werde in entsprechende Pläne eingetragen, die sich später mosaikartig zusammenlegen ließen. So habe man in unmittelbarer Nähe bereits 2001/2002 vor der Verlegung einer anderen Öl- und Gasleitung ähnlich befundet.
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