Angermünde . Eltern, die es wünschen, können in Angermünde ihr Kind in einer Tagesstätte betreuen lassen. Kita-Notstand wie in anderen Regionen, vor allem in den alten Bundesländern, gibt es hier nicht. Auch mit dem neuen Kitagesetz, das ab 2013 jedem Kind schon ab dem 1. Geburtstag einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz zusichert, reichen die derzeitigen Kapazitäten aus. Das geht aus dem Kitabedarfsplan der Stadt Angermünde hervor, der jetzt für die Jahre 2010 bis 2015 aktualisiert wird. Derzeit gibt es insgesamt 916 Plätze von denen 831 belegt sind.
Wer in Angermünde einen Krippen-, Kindergarten- oder Hortplatz sucht, bekommt ihn prompt. 14 Kindertagesstätten und drei Tagesmütter bieten in der Stadt und im Umland insgesamt 916 Betreuungsplätze.
Ein Idealzustand verglichen an Ballungszentren wie Berlin und seinem Speckgürtel oder westlichen Bundesländern, wo Kitaplätze, vor allem Krippen fehlen und neu gebaut werden müssen. Auch wenn ab 2013 das neue Kitagesetz jedem Kind schon ab dem ersten Geburtstag einen Kitaplatz zusichert, gibt es in Angermünde genügend Angebote. Derzeit haben Kinder erst ab dem Alter von drei Jahren einen gesetzlichen Anspruch auf Kitabetreuung. Jüngeren steht ein Kitaplatz nur zu, wenn die Eltern berufstätig, in der Ausbildung sind oder nachweislich auf Arbeitssuche bzw. in Beschäftigungs- oder Qualifizierungsmaßnahmen sind. Rund 80 Prozent der Null- bis Zehnjährigen werden in Kita oder Hort betreut.
Der von der Bundesregierung geforderte Betreuungsausbau hat jedoch auch für die gut ausgebaute Kitalandschaft Angermündes ein Gutes: trotz anhaltendem Bevölkerungsrückgang um noch einmal rund 3000 Menschen auf rund 11 000 Einwohner in den nächsten 20 Jahren ist das große Kitasterben in der Region vorerst beendet. Der Anteil der Kinder an der Gesamtbevölkerung wird laut Bevölkerungsprognose des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg von derzeit 10,4 Prozent auf 9,3 Prozent sinken. Die bestehende Platzkapazität von 916 Plätzen, die derzeit nicht ganz ausgeschöpft ist, wird künftig gebraucht. Nicht zuletzt deshalb wurden auch die vier privaten Kitas in den Kitabedarfsplan des Landkreises Uckermark aufgenommen. Einrichtungen wie "Kinderstübchen", evangelische Kita und "Haus der kleinen Zwerge" bzw. Hort am Mündesee sind voll ausgelastet. Der Naturkindergarten in Schmargendorf plant sogar aufgrund der großen Nachfrage eine Kapazitätserweiterung. Andere Einrichtungen sind nur zum Teil ausgelastet. Die Kita Crussow ist derzeit nur zur Hälfte belegt, viele freie Plätze gibt es auch in Frauenhagen und in der Kita "Knirpsenland" in Angermünde. Für Knirpsenland" wird eine Verlegung an einen anderen Standort empfohlen, den auch der Kitaträger Volkssolidarität anstrebt. Die Einrichtung wird auf Grund ihrer Randlage in der Weststadt von Eltern nicht so gut angenommen.Außerdem besteht großer Sanierungsbedarf. Auch die Betreuungsangebote im Krippenbereich müssten verbessert werden.
Verlässliche, auch alternative Betreuungsformen sollten gerade im ländlichen Raum erhalten bleiben, schlussfolgert die Stadtverwaltung nach der Analyse des Platzbedarfes in Angermünde. Durch Überarbeitung von Konzeptionen könnten hier beispielsweise besondere Angebote zur Förderung der Gesundheit, Spielkreise, Eltern- und Großelternzentren, die Einbindung ins Netzwerke "Gesunde Kinder" u. ä. erfolgen. Das Angebot von derzeit drei Tagespflegestellen mit 15 Plätzen könne noch nicht zufriedenstellen. Zwei Tagesmütter arbeiten in Angermünde, eine in Günterberg. In Mürow beispielsweise, wo die Kita wegen Baumängel geschlossen wurde und die Kinder bis auf Weiteres in Kerkow untergebracht wurden, könnte Tagespflege eine alternative Betreuungsform für Kinder unter drei Jahre bieten.
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