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Die Finanzkrise hilft der Fürstengalerie

Fürstenwalde . Erstmals seit ihrem Bestehen soll die Fürstengalerie in diesem Jahr ohne Liquiditätshilfe von der Stadt auskommen. Das führt der verantwortliche Geschäftsführer der Wohnungswirtschaft, Thomas Buhl, auf zwei Faktoren zurück: niedrige Zinsbelastung durch die Finanzkrise und höhere Auslastung.

Das hat es bisher noch nicht gegeben: Einen Tag vor der Stadtverordneten-Versammlung verbreitet die Verwaltung Informationen zu einem nichtöffentlichen Tagesordnungspunkt. Es geht um die Freistellung der städtischen Wohnungswirtschaft von den Lasten, die sich aus der Fürstengalerie ergeben. Dabei handelt es sich aus rechtlichen Gründen um zwei Gesellschaften, die Fürstengalerie Verwaltungs GmbH und um die Fürstengalerie GmbH & Co. KG. Vor allem in letzterer laufen von Anfang an Verluste auf, die nicht der Wowi aufgebürdet, sondern direkt aus dem Stadtsäckel bezahlt werden.

Heute sollen die Stadtverordneten diese Regelung bis Ende 2010 verlängern. Die Stadtverwaltung hat gestern die positive Nachricht verkündet, dass die Finanzplanung für 2010 erstmals einen Liquiditätsüberschuss von 75 000 Euro ausweist. Das sei relativ vorsichtig gerechnet, sagt Buhl. 2007 hatte der Zuschuss-Bedarf einen Rekordwert von 750 000 Euro erreicht, 2008 waren es 636 000 Euro. Für voriges Jahr wurde keine Zahl genannt - der Jahresabschluss liegt nicht vor.

Als eine Hauptursache für die günstige Entwicklung nennt Buhl eine Entscheidung aus dem Jahr 2005, die zwischendurch auch zu den höheren Zahlungen massiv beitrug: Kredite wurden seinerzeit auf Darlehen mit variablen Zinsen umgeschuldet. Im Rahmen der Finanzkrise sind die Zinsen bekanntlich in den Keller gerutscht, und davon profitiert die Fürstengalerie und mit ihr die Stadt jetzt massiv. "Die Entscheidung haben wir damals gefällt, weil wir einfach kein Geld hatten", so Buhl. Jetzt hat sie sich ausgezahlt. "Man muss manchmal auch ein bisschen Glück haben", sagt der Geschäftsführer.

Das Risiko, dass die Entscheidung sich noch als falsch herausstellen könnte, sieht Buhl nicht wirklich. Theoretisch besteht dieses Risiko darin, dass die Zinsen wieder steigen; das wird auch allgemein erwartet.In der Praxis aber, meint Buhl, kann die Zinswende gar nicht so schnell und so kräftig kommen, dass die Zinsen unterm Strich so hoch werden, wie sie bei einem Darlehen mit festen Zinsen geworden wären.

Zweiter Faktor ist die verbesserte Auslastung. Erstmalig sind nach der Rochade im Sommer und dem Einzug der Buchhandlung Moses alle Gewerbeflächen vermietet. Im Bürobereich gibt es allerdings Leerstand - 476 Quadratmeter. Demnächst zieht ein Mieter aus, dann werden weitere 208 Quadratmeter frei.

Buhl hat schon darüber nachgedacht, solche Flächen in Wohnungen umzuwandeln. Denn die acht Wohnungen, die die Fürstengalerie hat, sind gut vermietet. Allerdings hat die notwendige Investition in ein Notstromaggregat, das voriges Jahr eingebaut wurde, diese Überlegungen erst einmal gestoppt, weil das Geld für die nötigen Umbauten nicht mehr dagewesen wäre. "Der Gedanke ist aber noch nicht ganz weg."

Auch dieses Jahr seien noch einige Investitionen nötig, vor allem für das Amtsgericht, den zweiten großen Mieter neben Moses. Unter anderem fehlt eine Beschattungsanlage für die Verhandlungssäle, außerdem eine Brandmelde-Anlage.

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