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Als Lidl zu Krappmann kam

Schöneiche . Lidl sucht in Schöneiche einen neuen Standort. Der soll in der Schöneicher Straße sein, wo Baustoffhändler Jürgen Krappmann verkaufen will, um umzuziehen. Im Ortsplanungsausschuss stellten Lidl-Vertreter ihr Projekt vor. Laut Bürgermeister Heinrich Jüttner gab es Pro und Contra, die Entscheidung wurde vertagt.

"Im vergangenen Frühjahr sind Lidl-Mitarbeiter aus heiterem Himmel bei mir aufgetaucht", sagt Jürgen Krappmann (61). Sie suchten einen neuen Standort und fragten, ob er verkaufen würde. "Ich habe gesagt, machen Sie mir mal ein Angebot." Das sehe nicht schlecht aus. "Darum habe ich mich nach einem anderen Standort in Schöneiche umgeschaut", sagt Krappmann. Schließlich habe er festgestellt, dass er, wollte er modernisieren, das nicht so einfach könne. "Der B-Plan ist so ungünstig, dass wir kaum bauen könnten. Als kleine Firma haben wir nicht die Kraft, lange über einen neuen B-Plan zu streiten."

Auch seine beiden Nachbarn könnten an Lidl verkaufen. Er selbst sei nur durch einen Verkauf in der Lage, das Familienunternehmen - Tochter Yvonne (31) und Sohn Daniel (27) sind eingestiegen - an anderer Stelle im Ort unter moderneren Bedingungen etablieren. "Und für die Schön-eicher ist es besser, sie haben hier so einen Lidl-Markt in ansprechender Architektur als einen vergammelten Krappmann", sagt der Baustoffhändler. Das passe doch viel besser zum Ortszentrum."Darum habe ich gedacht, Bürgermeister und Verwaltung wären froh, wenn ich hier weg bin." Lidl will sich von derzeit 500 Quadratmetern Verkaufsfläche an der Friedrich-Ebert-Straße auf 800 Quadratmeter in einem Neubau an der Schöneicher Straße vergrößern. Mit Lagerflächen und Sozialräumen wären es 1100 Quadratmeter Nutzfläche. "Es ist die Frage, ob es von der Ortsentwicklung her sinnvoll ist, dort den Baustoffhandel zu vertreiben", sagt Heinrich Jüttner. Immerhin sei einst ein spezieller B-Plan gemacht worden, um Firma Krappmann dort zu halten: Gewerbe vorne, ruhig wohnen hinten. "Wenn wir Lidl dort zulassen, stören wir den Beamtenwohnungsverein am Stegeweg und andere Anlieger", so der Bürgermeister. Er habe Alternativen angeboten, die Lidl aber nicht wolle - zum Beispiel die Plastina Fläche und das LPG-Gelände am Ortseingang. "Da würden wir eine Altlast loswerden und hätten abends sowie am Wochenende zusätzliche Parkplätze für die Kulturgießerei, Raufutterspeicher und Schlosskirche."

Auch verweist Jüttner darauf, eine Standortverlagerung von Lidl bedeute, dass es keinen Markt mehr im Ortsteil Schöneiche gebe - wie schon in Fichtenau und Hohenberge. "Das produziert noch mehr Autoverkehr." Die Abgeordneten im Ortsplanungsausschuss sahen noch weiteren Diskussionsbedarf. Das Thema soll in der nächsten Sitzungsrunde geklärt werden.

Indessen hat Lidl bereits einen positiven Bauvorbescheid für die Dorfstraße 6, das Wäschereigelände, "obwohl die Gemeinde Nein gesagt hatte", so Jüttner. Doch das Bauordnungsamt in Beeskow hat dies anders gesehen. Allerdings kann Lidl dort nicht bauen, weil das Grundstück der Gemeinde gehöre.

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