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EU ändert Auswahlverfahren: Nur noch die Besten

Brüssel . Nur noch "die Schlauesten und Besten" sollen künftig einen von rund 40 000 Beamtenposten bei der Europäischen Union bekommen. Dafür soll ein neues Auswahlverfahren für künftige Beschäftigte sorgen, das der für die Verwaltung zuständige EU-Kommissar Maros Sefcovic am Donnerstag in Brüssel vorstellte. Künftig soll weniger Wert auf gepauktes Wissen über die EU gelegt werden, das in einer gefürchteten Prüfung ("Concours") abgefragt wurde. Wichtiger sollen die Fähigkeiten der Bewerber zu effizienter Arbeit in internationalen Teams sein.

"Wir wollen die besten Kandidaten haben", sagte Sefcovic. Innerhalb der nächsten zehn Jahre werde beispielsweise ein Drittel der rund 25 000 Kommissionsbeschäftigten ausscheiden. Im Europaparlament sei es gar die Hälfte der jetzigen Beamten. Zudem kämen immer weniger junge Leute auf den Arbeitsmarkt. Da das durchschnittliche Einstiegsalter in EU-Karrieren mit 32 Jahren relativ hoch ist, sollen sich künftig auch Studenten im letzten Studienjahr bewerben dürfen. Bisher musste für die höhere Laufbahn das Studium abgeschlossen sein.

Das neue Personalkonzept sieht jährliche Auswahlverfahren in den drei großen Dienstkategorien (Verwaltungsräte, Büro-Assistenten und Sprachendienst) vor. Bisher gab es solche Verfahren nur bei Bedarf. Künftig soll auch innerhalb von fünf bis neun Monaten über eine Bewerbung entschieden werden. Bisher dauerte das 15 bis 16 Monate. Erfolgreiche Bewerber müssen nicht mehr jahrelang auf "Reservelisten" warten.

Wer sich bei der EU um einen Arbeitsplatz bewirbt, muss zunächst einen computergestützten Vorauswahltest in der Heimat bestehen. Danach kann er auf eine Einladung zu einem Auswahltest in Brüssel hoffen. Dabei wird er in Deutsch, Englisch oder Französisch - aber nicht in seiner Muttersprache - auf "Kernkompetenzen" untersucht. Darunter versteht das EU-Amt für Personalauswahl (EPSO) unter anderem Analysefähigkeit, Kommunikation, Lernfähigkeit, Prioritätensetzung, Belastbarkeit und Teamfähigkeit. Die Zahl der Bewerber ist deutlich höher als die der Stellen. Sefcovic sagte, von 350 000 Kandidaten hätten im vergangenen Jahr etwa 14 000 die Tests bestanden. Rund 10 000 wurden eingestellt. EPSO-Direktor David Bearfield sagte, er rechne auch in diesem Jahr wieder mit "Zehntausenden" von Bewerbern.

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