Prenden/Zerpenschleuse . Für zwei Wandlitzer Ortsteile könnten sich die Bemühungen um einen Internet-Breitband-Anschluss bald lohnen. Die Gemeinde konnte einen Anbieter aus der Nähe von Cottbus gewinnen, eine Funklösung anzubieten.
Immer wieder hatte es in der Vergangenheit Beschwerden von Wandlitzer Bürgern gegeben. Der Austausch via Internet funktioniere in den nördlichen Ortsteilen der Gemeinde gar nicht oder nur sehr langsam. Vor allem für Firmen sei dies ein absoluter Wettbewerbsnachteil, klagte man und drohte sogar damit, sich neue Standorte zu suchen.
Zumindest in Prenden und Zerpenschleuse soll eine langsame Verbindung ins WorldWideWeb künftig der Vergangenheit angehören. Auf der Sitzung des Wandlitzer Hauptausschusses stimmten die Mitglieder einem Beschluss zu, wonach der Anbieter CNS-Network in den beiden Ortsteilen eine Funklösung installieren soll.
Geplant ist ein System, bei dem die Einspeisepunkte von etablierten Telekom-anbietern wie etwa der Deutschen Telekom angemietet und per Funk weitertransportiert werden. Dies erfolgt mithilfe einer Punkt-zu-Punkt Richtfunkverbindungen. Das Gerät sei mit 32 mal 32 Zentimeter Größe und einem Gewicht von unter fünf Kilogramm "sehr unauffällig zu installieren", heißt es in den Unterlagen der Firma. Die mögliche Datenbandbreite liege bei 300 MBits, wobei die Sendeleistung vergleichbar mit der eines Mobiltelefons sei.
Auch die Abnehmer an den Häusern wiegen lediglich 500 Gramm und haben eine Länge von 29 Zentimetern und sind acht Zentimeter breit. "Dadurch entfällt eine negative Stadtbildbeeinträchtigung", wirbt CNS für das Produkt.
Die Kosten für die Installation übernimmt der Anbieter. Da die Investition jedoch nicht wirtschaftlich wäre, das Vorhaben deshalb nicht zustande käme, schießen das Land Brandenburg (rund 250 000 Euro) und die Gemeinde Wandlitz (rund 30 000 Euro ) Geld zu. Einen entsprechenden Förderantrag reichte die Gemeindeverwaltung bereits im November des vergangenen Jahres beim Landesamt für ländlichen Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordung ein.
Sollte in der kommenden Woche auch die Gemeindevertretung dem Papier zustimmen, könnte der Auftrag bereits zeitnah ausgelöst werden. Zwischen 8 und 14 Wochen dauert es nach Anbieterangaben dann noch einmal, um die Versorgung sicherzustellen.
Eine Versorgung via Kabel, das im Zuge der Ausbauarbeiten an der B 109 in Zerpenschleuse verlegt werden könnte, wurde von der Telekom indes abgelehnt. Eine Anfrage von Ortsvorsteherin Margot Ziebarth wurde mit dem Hinweis auf die kostenintensiven Tiefbauarbeiten abgewiesen.
Ob das Projekt auch auf andere Ortsteile ausgeweitet werden kann, ist ungewiss. Lanke oder Klosterfelde etwa sind bereits teilerschlossen, eine Funklösung ist dort daher kaum rentabel.
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