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06.04.2010 06:38 Uhr

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Kaufhaus-Szenen auf der Rennbahn

. "Der Boden ist gut", vermeldete Sprecher Gunther Barth im Führring vor dem ersten Rennen. Er meinte das Geläuf. Auch insgesamt war der Boden gut bereitet für den ersten Renntag der Saison. So hatte die "Ostereiersuche" bereits vor dem ersten Start Hunderte auf die Rennbahn im Grünen gelockt, vor allem Familien.

"Wir wären auch so gekommen, aber das war ein angenehmer Nebeneffekt für die Kinder", hieß es von Familie Bauer aus Augsburg, die zum Verwandtenbesuch in Berlin weilte und einen Abstecher zu den Galoppern machte. Ihre Jungs Julius und Felix gehörten zu denen, die im Innenoval einige der von der Schokoladenfabrik Halloren gesponserten Schachteln mit Marzipaneiern erhaschten. Die Szenen ähnelten zeitweise denen beim Schlussverkaufsstart in Kaufhäusern oder bei der Neueröffnung großer Elektronikmärkte. Und bei manchem Besucher konnten Tasche oder Arm gar nicht groß genug sein, um möglichst viel herauszuschleppen.

"Peinlich" und "unvernünftig", kommentierte Peter Schmolke, dessen vierjähriger Sohn Nick bei der Hatz leer ausgegangen war. Die Berliner waren zum ersten Mal bei einem Rennen in Hoppegarten, obwohl der Vater als Lieferant dienstlich sogar gelegentlich hier zu tun hat. "Bisher waren wir vor allem in Karlshorst oder Mariendorf zum Trab", erklärte der 49-Jährige, der sich durchaus vorstellen kann wiederzukommen.

Andere sind bereits "Wiederholungstäter". Dieter Streich zum Beispiel, ebenfalls Berliner. "Endlich der erste Renntag", hatte er auf die Rückseite des Programmhefts geschrieben, bevor er sie in den Kasten für die Meinungsäußerungen warf, die die Hoppegartener nach den Rennen auswerten.

Erstmals seit der Wende erlebte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck nach eigener Aussage wieder einen Renntag in Hoppegarten. Er verbrachte mit Frau und einer reitbegeisterten Tochter den Nachmittag dort und lobte die familiäre Atmosphäre: "Nur wenige Veranstaltungen haben ein so bunt gemischtes Publikum." Am Rande der Siegerehrung für den Preis des Landes Brandenburg drückte der Regierungschef seine Hoffnung aus, dass es mit der traditionsreichen Bahn nach der "kleinen Delle" vor einigen Jahren weiter aufwärts gehen möge. Im vergangenen Jahr hatten die Hoppegartener die Besucherzahlen bereits um rund 30 Prozent steigern können. Für 2010 kündigte Rennbahn-Eigner Gerhard Schöningh eine weitere Steigerung des sportlichen Niveaus an.

Dazu könnte der ungarische Hengst Overdose beitragen, der seit Januar in Hoppegarten im Stall steht und am Sonntag dem Publikum vorgestellt wurde. Diesmal allerdings war das in seinen zwölf bisherigen Rennen ungeschlagene Pferd nach einer Huferkrankung noch nicht reif für die Startbox. Für die nächsten Monate hat es indes womöglich göttliche Unterstützung: Es wurde von Pater Michael, einem Franziskanermönch aus Großbritannien, vor den Augen der Zuschauer gesegnet. Weihwasser versprühte der Geistliche auch für alle anderen Tiere in Hoppegarten und natürlich für die Jockeys, Trainer, Besitzer und Besucher.

Nicht Weihwasser, sondern normales hatte ein anderes Pferd nach seinem Hoppegarten-Auftritt nötig: Der Schimmel Aramis ließ es geduldig über sich ergehen, von Kindern mit Fingerfarben bemalt zu werden. "Er ist früher Turniere gegangen, kennt also den Rummel, ist ein ruhiges Pferd und lässt sich auch gern streicheln", erklärte Monika Sauer vom Reitklub Idea, die ihn am Zaum hielt. Vielleicht sind beide bei anderer Gelegenheit mal wieder auf der Rennbahn anzutreffen.

Der nächste Renntag ist am Sonnabend, 24. April. Er steht im Zeichen der Märkischen S5-Region.

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Ja die Erinnerung frischt auf



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