Berlin/Beeskow . Mit neuer persönlicher Bestzeit ist Hagen Pohle Deutscher Meister der Jugend B im Bahngehen über 5000 Meter geworden. Ihm gelang dies in einem eindrucksvollen Rennen im Berliner Olympiastadion, das er mit mehr als drei Minuten Vorsprung vor dem überrundeten Zweitplatzierten beendete.
Auch die anderen Beeskower Starter bei den Meisterschaften schlugen sich achtbar. Speerwerfer Robert Schlünz belegte in der Jugend A Platz 14, der Mixdorfer Martin Wennin, der in Beeskow das Rouanet-Gymnasium besucht, kehrte als Zwölfter der Jugend A über 200 Meter nach Hause zurück.
Angefeuert von einem ganzen Schwung in die Hauptstadt angereister Fans ging Hagen Pohle in sein Rennen. Die Nähe Berlins zu Beeskow machte es möglich, dass neben seinen Eltern Hartmut und Beatrix sowie seinem Bruder Philipp auch einige Verwandte und Freunde den Wettbewerb live im Olympiastadion verfolgten und Hagen von den Zuschauerrängen aus unterstützten.
Der 16-jährige Sportschüler, der für den SC Potsdam startet, lag sofort an der Spitze des kleinen Teilnehmerfeldes, ging sein eigenes Tempo gegen die Uhr und konnte schnell eine große Lücke zwischen sich und seine Verfolger reißen. Der Vorsprung wuchs während der zwölfeinhalb Runden auf der blauen Laufbahn stetig.
Beharrlich und auf hohem Niveau drehte Hagen seine Runden, begann seine Kontrahenten gar zu überrunden und begab sich auf Kurs zu einer neuen persönlichen Bestzeit. Als die Kampfrichter die letzten 400 Meter für ihn einläuteten, zog er unter dem Beifall der Zuschauer sogar noch einmal das Tempo an und bog schließlich in die Zielgerade ein.
Nach 20:43,63 Minuten überquerte er den Zielstrich und riss die Arme in die Höhe. Seine neue persönliche Bestzeit bedeutete gleichzeitig einen neuen brandenburgischen Jugendrekord über 5000 Meter. Es fehlte nicht viel, und Hagen Pohle wäre sogar noch eine Sensation gelungen. Die Uhr blieb nicht weit entfernt von der bereits 24 Jahre alten deutschen Jugendrekordzeit von 20:27,63 stehen. Zufrieden und strahlend betrat der Beeskower schließlich das Siegerpodest.
Er hatte sein Ziel während der intensiven Vorbereitung erreicht. Mit dem nationalen Titel verbunden ist die Nominierung für den zum U-18-Länderkampf zwischen Deutschland und Polen, der im August im nahegelegenen Slubice stattfindet - Gelegenheit ist dann also wieder für die Familie, ihren Schützling unweit von Beeskow anzufeuern.
Für eine große Überraschung hätte am Tag zuvor im Berliner Olympiastadion beinahe Martin Wennin gesorgt. Der 17-jährige Sprinter verpasste in der Jugend A nur knapp das Finale über 200 Meter. Im B-Endlauf belegte der Mixdorfer, der für den LC Cottbus startet, schließlich Platz 4 in 22,23 Sekunden. Im Vorlauf war Martin Wennin sogar 22,19 Sekunden gelaufen.
Sein Cottbuser Vereinskamerad Robert Schlünz kam im Speerwurf der gleichen Altersklasse auf 58,47 Meter und landete damit in der Mitte des Feldes. Damit kam der Beeskower in seinem letzten Wettkampf der Saison zwar nicht ganz an seine Jahresbestleistung und die 60-Meter-Marke heran, doch ein hochzufriedenes Fazit ließ sich trotzdem ziehen. "Robert hat sich in diesem Jahr um zehn Meter gesteigert und alles erreicht, was er sich vorgenommen hatte", sagte sein Vater Henrik, der ihn in Berlin anfeuerte. Etwas Pech habe Robert bei seinem ersten Versuch gehabt, der nahe an die 60-Meter-Marke ging - doch die Kampfrichter werteten den Wurf als ungültig.
Ebenso wie Martin Wennin startet Robert Schlünz auch in der kommenden Saison noch in der Jugend A - dann sind einige der Kontrahenten von Berlin aus Altersgründen nicht mehr dabei, und es winken noch bessere Platzierungen. Doch die Deutschen Meisterschaften waren bereits diesmal ein ganz großer Höhepunkt für alle Starter. "Im Olympiastadion starten zu dürfen, war für alle ein ganz tolles Erlebnis", sagt Henrik Schlünz, der als Beobachter des Wettbewerbes im Gehen auch noch ein Lob an Hagen Pohle verteilte. "Was er leistet, nachdem er erst vor relativ kurzer Zeit vom Laufen auf das Gehen umgestiegen ist, ist sensationell", lautete sein Kommentar.
Auch Hagen Pohle hat noch ein weiteres Jahr in seiner Altersklasse Jugend B vor sich - vielleicht ist also im nächsten Jahr die Zeit reif, um den Deutschen Uralt-Rekord aus dem Jahr 1984 zu brechen.
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