Bad Freienwalde . Zum Altstadtfest hat sich der Projektkünstler Peter Michael Metzler aus Berlin, der in Bad Freienwalde kein Unbekannter ist, etwas Besonderes ausgedacht. Er wird das stadtbildprägende, aber derzeit leerstehende Haus, Königstraße 19, illuminieren.
Fassadenkunst: Das Haus, K÷nigstra▀e 19, wird am Freitag, 12. September, zwischen 20 und 21 Uhr illuminiert.
"Wir wollen das Haus, das wie ein Dampfer in der Straße steht, farblich etwas anders gestalten", sagt Rainer Texdorf vom Bauamt der Stadt Bad Freienwalde. Der Bauherr und Eigentümer sei damit einverstanden, wenn diese künstlerische Gestaltung nicht den Kostenrahmen sprengt. Das Gebäude, aus dem erst vor zwei Wochen der Friseurmeister Uwe Steinicke ausgezogen war, um in sein neues Domizil an der Straße Alttornow zu ziehen, wird jetzt von Grund auf saniert.
Peter Michael Metzler, der unter anderem die Oderbrücke in Schwedt illuminierte und tausende Besucher anlockte, wird zum Altstadtfest zeigen, wie man mit Strahlern und Leuchten eine Fassade entfremden kann. Das Schauspiel beginnt am Freitag, 12. September, zwischen 20 und 21 Uhr. "Ich will ein kleinen Eindruck davon geben, was man mit Licht alles machen kann", so Metzler. Das Haus wird von außen angestrahlt und von innen heraus farbig leuchten. Metzler will das Haus "verzaubern". Der Projektkünstler hat im Sommer 2007 mit seiner Aktion "Kunst-Gärten" in Bad Freienwalde Furore gemacht. Ein Relikt der Kunstaktion ist mit dem goldenen Skateboard auf dem Fontane-Platz verblieben.
Die Illumination soll das Haus stärker ins Bewusstsein der Bad Freienwalde rücken, so Rainer Texdorf. Schließlich bilde es aus Richtung Wriezen das Tor in die Innenstadt. Der erste Gedanke war, auf der Seite mit dem Erker eine Fassade zu schaffen, die an die Architektur des inzwischen verstorbenen österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser erinnern sollte. Doch damit habe sich der Hausbesitzer nicht anfreunden können. Jetzt hat sich Texdorf mit dem französisch-algerischen Fassadenmaler Halim Bensaid in Verbindung gesetzt. Dieser malt riesige Bilder auf Hauswände, die so realistisch aussehen, dass der Betrachter auf den ersten Blick hin Schwierigkeiten bekommt, Wirklichkeit und Fiktion zu trennen. So soll auf der Seite zum Brunnenplatz hin ein Café auf die Fassade gemalt werden. Der Künstler, der in Lyon Zuhause ist, sei bereits in Bad Freienwalde gewesen, habe sich das Haus angesehen und werde bald Entwürfe vorlegen. Mit der Illumination hofft Texdorf auf eine Resonanz der Bad Freienwalder. Für die Stadt bedeutet die Fassadenmalerei noch ein bisschen Arbeit. Denn die Denkmalschützer müssen von Genialität der Idee überzeugt werden.
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