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Forstfasching: Die süßen Sünden des Orients

Eberswalde Ein unzufriedener Sultan aus Sarmakand, ein Sklavenhändler, der um sein Leben fürchtet und eine große Schar anmutiger Haremsdamen - die 41. Auflage des Eberswalder Forstfaschings erlebte am Sonnabend ihre Premiere.

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Sie passten zwar nicht so ganz in den Orient, hübsch anzusehen waren sie trotzdem: Der Eberswalder Rechtsanwalt Hans-Joachim Blomenkamp hatte sich in eine Tunika gehüllt und einen goldenen Lorbeerkranz auf seinem Haupt drapiert. SVV-Präsident Sven Köhle hingegen trug als Insignie der Macht die Schärpe eines römischen Senators. Beide CDU-Politiker interpretierten das Motto des diesjährigen Forstfaschings "Vata Morgana küsst Mutta Sultana" auf ihre eigene Weise. Doch Vorschriften gibt es beim Forstfasching ohnehin nicht, ganz im Gegenteil. Erlaubt ist, was gefällt. Im Palast des Sultans feierten die hohen Herrschaften und das gemeine Volk ein rauschendes Fest. Kurz gesagt, es ging in ausgelassener Manier drunter und drüber.

Denn schon Momente nach dem Einzug der vom Forstfasching gebildeten Karawane hielt es die 500 Zuschauer nicht auf den Sitzen. Schnell legten die Ölscheiche ihre Zurückhaltung ab und erlaubten auch ihren verschleierten Damen, das eine oder andere Tuch zu lüften.

Zweifellos folgte die Mehrheit der Besucher dem Motto des Abends. Anerkennung ernten die Macher des Forstfaschings vom Choriner Künstler Andreas Bogdain, der mit seiner Familie und mit Freunden ausgelassen feiert. Sein Blick gilt natürlich der wundervollen Dekoration, die Einblick in das sündhafte Treiben in den Gemächern des Palastes gewährt. "Es ist eine temporäre Kunst, denn die Leinwände werden ja immer wieder übermalt", bedauert Bogdain angesichts eines großrahmigen Werkes, das einen einsamen Kamelreiter vor den Umrissen einer Stadt zeigt.

In den Barbereichen geht es offenherziger zu. "Der Forstfasching ist bekannt für seine freizügige Ausgestaltung", heisst es in Eberswalde, das ist auch in diesem Jahr so. Mit tiefen Einblicken geizten die Maler nicht. Einer, der sich an diesen Einblicken erfreut, ist Said Ibrahim, ein Ägypter, der in Berlin lebt und mit mehreren Wasserpfeifen nach Eberswalde kam. "Ob Kirsche, Apfel oder Honigmelone, Du kannst alles probieren", bietet er seinen weiblichen Gästen mit tiefem Blick in die Augen an.

Die Wasserpfeifen mögen für manche eine interessante Neuerung sein, dass der Qualm der Raucher sich auf einen abgegrenzten Bereich reduziert, überragt den Neuigkeitswert der Pfeifen mehrfach. "Ich finde das total gut, auch wenn ich selbst Raucher bin", erklärt Undine Volkerts, die aus Bernau nach Eberswalde kam.

Einer, der vom Fasching extrem viel versteht und trotzdem froh war, das Geschehen untätig und in bester Laune verfolgen zu können, war Gerhard Walther vom Eberswalder Karnevalklub (EKK). "Wir haben am Sonnabend unsere große Festsitzung. Ich genieße es, mich hier bei einem tollen Programm zu erholen und muss auch nicht auf der Bühne stehen", sagte er und zog mit Frau Christiane in Richtung der Tanzfläche. Dort musizierte die Band "No age" und heizte dem Publikum gewaltig ein.

Bildergalerie: www.moz.de

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