Biesenthal . Der Verein Kulturbahnhof Biesenthal macht wieder von sich reden. Nach dem Öko-Filmfestival hat der noch junge Verein mit dem Filmfestival "Über Morgen" erneut ebenso unterhaltsame wie anspruchsvolle Filme nach Biesenthal geholt. Es geht diesmal um Utopien, Träume und Weltentwürfe
"Elf außergewöhnliche Filme zeigen Bedingungen, unter denen sich gesellschaftliche Veränderungen vollziehen. Sie lassen Menschen zu Wort kommen, die über ihre Motive, ihre Ziele, ihre Erfolge und auch ihr Scheitern erzählen", erläutert Josephine Löwenstein vom Kulturbahnhof Biesenthal das Filmprojekt. Vom 16. Februar an können in den Räumen des Vereins leidenschaftliche Filmfreunde Streifen über vergangene und gegenwärtige Utopien oder ungewöhnliche Lebensentwürfe sehen, so die Veranstalter. Es geht aber auch um drohende Szenarien und gefährliche Entwicklungen, die auch zeigen, wie man gegensteuern kann.
"Gezeigt werden Filme aus dem Bereich Religion und Fanatismus, Schönheitswahn sowie Menschen mit Behinderungen. Außerdem werden Menschen aus einem Ökodorf in Sachsen-Anhalt vorgestellt", berichtet Elke Eckert, Sprecherin des Vereins Kultur im Bahnhof. Dabei sei die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Partnern für die Filme, die an den fünf Wochenenden laufen werden, ein großer Gewinn für das Festival, betont sie. Für die Filme sind Referenten und Gesprächspartner aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen eingeladen. Darunter Dreist e.V. aus Eberswalde, der Verein bietet geschlechtsspezifische Jugendarbeit, die Hoffnungstaler Anstalten, der Gemeinschaftshof Bernau, das Jugendkulturzentrum Kulti aus Biesenthal und Cuba sí aus Bernau.
Eröffnet wird das Festival am 16. Februar um 19 Uhr mit dem Film "Unser Planet", wozu Josephine Löwenstein vom Verein Kultur im Bahnhof und dem Bürgerforum Biesenthal der Lokalen Agenda 21 als Gesprächspartnerin zur Verfügung steht. Im Film "Verschwörung der Herzen" geht es um die Liebe von Menschen mit Down-Syndrom. Er wird am 29. Februar und 1. März gezeigt. Anschließend können die Besucher mit einer Mitarbeiterin der Hoffnungstaler Werkstätten sprechen. Martin Stengel vom Ökodorf Siebenlinden ist da, wenn der Film "Menschen, Träume, Taten" aufgeführt wird. In der Vorankündigung heißt es dazu: "43 Frauen, 35 Männer und 33 Kinder haben sich den Traum vom selbstbestimmten Leben erfüllt. Seit zehn Jahren leben sie im Ökodorf Sieben Linden zusammen. Und ohne die Probleme einer Großkommune auszusparen, zeigt Andreas Stiglmayr, wie Utopie ganz konkret gelebt werden kann."
Weitere Filme, die in den Räumen in des Vereins "Kultur im Bahnhof" im Biesenthaler Bahnhofsgebäude gezeigt werden, sind "Hinter dem Zuckervorhang", der sich Kuba widmet, "Mit 25 geht's bergab", eine Reflexion auf Schönheits- und Jugendwahn, oder "Der Duft des Paradieses", in dem es um den politischen Islamismus geht. Weitere Streifen sind "Eggesin möglicherweise" oder "Jesus Camp".
Das Kino und Cafè im Kulturbahnhof sind eine Stunde vor Vorstellungsbeginn geöffnet. Es gibt Kaffee, Imbiss und Getränke, kündigen die Veranstalter an. Die Biesenthaler Reihe ist Teil des bundesweiten Festivals "Über Morgen". Das Filmfestival ist eine Veranstaltung des Gesellschafter-Projekts "In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?" der Aktion Mensch und ihrer Kooperationspartner.
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