Landkreis Barnim . undEllen Werner
Es weihnachtet sehr. Von Gestecken über Kerzen, Bücher, Honig und kandierten Äpfel bis zu dem nicht weg zu denkendem Glühwein - die Barnimer Weihnachtsmärkte hatten am vergangenen Wochenende so einiges zu bieten.
Bürgermeister Burckhardt Horn freute sich riesig. "Ich glaube, so viel war hier noch nie los zum Weihnachtsmarkt", sagte er mit Blick über den Marktplatz inWerneuchen. Und tatsächlich schoben sich dort hunderte Besucher an Ständen vorbei oder genossen Glühwein und heiße Waffeln in der Mitte des Platzes, wo Tische und Bänke aufgebaut waren. Der Werneuchener Markt wird von den Vereinen organisiert. Von der Feuerwehr über Schützengilde, vom Karnevalsclub bis zum Sportverein sind alle mit dabei und bringen sich ein. Etwa 90 Prozent der Aussteller waren Vereine, der Rest örtliche Gewerbetreibende, die ihre Produkte anboten und so Werbung für sich machten
"Diesmal sind mehr Vereine als in den Vorjahren beteiligt", stellte der Bürgermeister fest, der die erste große Veranstaltung auf dem Platz seit dessen Modernisierung als absolut gelungen bezeichnete. Toll für die Besucher war auch, dass die Heimatstube und die Ausstellung der Modelleisenbahner geöffnet waren. In der Kirche gab es außerdem ein Programm zum Thema Nikolaus zu sehen.
Auch der Weihnachtsmarkt inZepernickhat sich inzwischen - wohl auch durch die Verbindung mit der Weihnachtsparade der Feuerwehr - zum Publikumsmagneten entwickelt. Eröffnet wurde der Markt, den der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr in erster Linie für die Kinder der Gemeinde organisiert, bereits am Freitag. Wer am Sonnabend vor oder nach der Parade kam, hatte Mühe, einen Weg durch die Menschenmassen zu finden. Hier waren es vor allem die kleinen Fahrgeschäfte, die die Kinder begeisterten. Die Mitglieder des Technischen Hilfswerks luden zu einer Bastelstraße ein, wo die Kinder weihnachtliche Gestecke herstellen konnten. Der Nikolaus verteilte Geschenke, die die Kinder aller Panketaler Kitas gebastelt hatten.
Neue Ideen für kreative und kunstvolle Geschenke konnten die Besucher auf dem 3. Kunstadventsmarkt inBiesenthalbekommen. Ob Weidenflechten, Filzen oder Keramik - viele Künstler aus dem Barnim und Berlin stellten im Bahnhof Biesenthal wieder ihre Werke vor. Die Besucher konnten selber Motive auf Linolschnitt herstellen und drucken lassen. Kinder und Erwachsene wurden zum Mitsingen eingeladen und Preise gab es für die leckersten selbst gebackenen Plätzchen.
Schlemmen und bummeln konnten Besucher auch über den zweiten Adventsmarkt inEiche. Kinder der Kita Regenbogen erfreuten dort die Besucher mit ihrem einstudierten Programm. Mittags sang die Blumberger Chorgemeinschaft. Nach der Andacht zum zweiten Advent trat dann der Blumberger Bläserchor vor der Kirche auf.
Auch wenn die geschmückten Weihnachtsbäume nicht ganz so glanzvoll aussahen wie Heiligabend in vielen Wohnzimmern - auf Leckereien vom Weihnachtsmann müssen imWildpark Schorfheideauch Elche, Wisente und Wölfe nicht verzichten. Der Weihnachtsmann hatte im Wildpark gestern nicht nur einen Baum zu schmücken. Eine ganze Wagenladung voller Kiefern mit verzehrbarem Behang lud er zur Tierbescherung am zweiten Advent ab. Ausschließlich Wildtierarten, die in der Schorfheide heimisch sind, leben hier. Und sie wurden ganz nach ihrer bevorzugten Geschmacksrichtung beschenkt. Äpfel und Möhren gab es für Ziegen, Schweine, Elche, Wisente und Pferde. Für Fischotter und Wölfe hingegen hingen Fisch und Fleisch an den Nadelbäumchen. Hunderte Kinder mit ihren Eltern zogen der Pferdekutsche mit dem tierlieben Weihnachtsmann von Gehege zu Gehege hinterher. "Wie bei Hirsch Heinrich", staunte der fünfjährige Marlon aus Berlin, als der seine Bäume in die riesigen Freigehege warf.
Vor allem viele Hauptstädter ließen sich von dem etwas anderen Weihnachtsmarkt in der Schorfheide anlocken. "Wir sind sonst aber auch ab und zu hier", sagt die Berlinerin Claudia Raupach - der Landschaft und der Tiere wegen. Am zweiten Advent ist sie mit zwei Kindern und einigen Freunden hergekommen. "Zum Weihnachtsmarkt wird es ja hier jährlich voller."
Aber auch abseits der Tierbescherung genossen Besucher das Treiben auf dem Weihnachtsmarkt, wärmten sich am Lagerfeuer, lauschten Mittelaltermusik oder bummelten über den Kunsthandwerkermarkt.
Dort erregte Lothar Grewe mit einer fußbetriebenen Drechselbank Aufsehen. "Nach mittelalterlichem Prinzip, die ersten Zeichnungen gab es vor 700 Jahren", erklärte der Falkenberger seine raffinierte Konstruktion aus langen Astgabeln und Nylonstrippen. Mit der wird er am kommenden Wochenende auch auf dem Choriner Weihnachtsmarkt zu sehen sein - Kinder dürfen sich daran probieren. So wie Pia (8) aus Eberswalde, die sich bereits beim ersten Versuch ganz geschickt anstellte
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