Samstag, 4. Februar 2012

Frankfurt
bedeckt
-9°C/-7°C

11.02.2008 18:28 Uhr

artikel-ansicht/dg/0/

Deutschland, Israel und der Iran

. Videobotschaften, per Internet verbreitet, mögen der Selbstdarstellung dienen. Ihre Auswirkungen auf die praktische Politik tendieren oft gegen Null. Wenn Bundeskanzlerin Merkel am Wochenende ankündigte, Deutschland und die EU würden alles in ihrer Macht Stehende tun, um den Friedensprozess in Nahost zu unterstützen, war das sicher gut gemeint. Tatsächlich verfügen die Europäer über wenig Einfluss auf den israelisch-palästinensischen Konflikt; der Hauptakteur sind die USA.

  Uwe Kr³ger Foto: MOZ ©

Was also führt Ministerpräsident Olmert nach Berlin? Es ist gewiss nicht die Sorge, dass Deutschland von seiner historischen Verantwortung für die Existenz des jüdischen Staates abrücken könnte. Olmert treibt etwas Anderes um. Israel hält die gegen Iran in Aussicht genommenen verschärften Sanktionen noch immer für viel zu lasch. Da Deutschland gemeinsam mit den fünf ständigen UN-Sicherheitsratsmitgliedern USA, Russland, Frankreich, Großbritannien und China an der Sanktionsspirale dreht, wirbt Olmert für eine entschieden härtere Gangart. Israel, selbst inoffizielle Atommacht, fühlt sich herausgefordert durch die scharfmacherische Rhetorik des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad.

Für die Bundesregierung ist der Fall durchaus heikel. Es gibt zwar Indizien für ein geheimes Bombenprogramm Teherans in den vergangenen Jahren, jedoch keine Beweise. Das haben jüngst sogar die US-Geheimdienste festgestellt. Eine weitere deutliche Verschärfung der Sanktionen könnte deshalb kontraproduktiv sein. Wenn Iran den Kernwaffensperrvertrag verlässt, finden auch keine Kontrollen mehr durch die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) statt. Darüber hinaus gilt es, Schaden von der deutschen Wirtschaft abzuwenden, die ein enger Handelspartner Irans ist.

Allerdings wächst bei Ausbleiben einer diplomatischen Lösung die Gefahr eines Militärschlags. Olmert hat stets betont, dass sein Staat einen atomar gerüsteten Iran nicht zulassen wird. Bereits im Jahre 1981 zerstörte die israelische Luftwaffe einen irakischen Reaktor. Die Folgen eines Angriffs auf Iran wären viel weitreichender. Merkel sollte das nicht verschweigen, ohne zugleich Ahmadinedschad in die Schranken zu weisen.

Artikel empfehlen

Artikel kommentieren

Lesezeichen setzen

Seite empfehlen

Nachricht an die Redaktion

Druckversion

Lesen Sie auch...

11.01.2012 08:23 Thema

Clinton verurteilt iranische Urananreicherung - Moskau besorgt

Wirtschaft (dpa) Die USA fordern den Iran zur Beendigung der Urananreicherung auf. Moskau ist besorgt, warnt aber zugleich vor " hastigen und drastischen Schritten ".... mehr

18.11.2011 18:14 Thema

Russland und China stimmen mit: IAEA setzt Teheran Ultimatum

Nachrichten (DPA) (Gesamtzusammenfassung 1800 - Mit IAEA-Resolution) Russland und China stimmen mit: IAEA setzt Teheran ein Ultimatum Der Spielraum für Winkelzüge wird... mehr

28.12.2011 22:48 Thema

USA verschärfen Ton wegen iranischer Blockade

Nachrichten (dpa) (Zusammenfassung 2215 - neu: State-Department-Sprecher) USA verschärfen Ton wegen iranischer Blockade-Drohung Säbelrasseln um Öltransporte am Persischen... mehr

Aus der Region
04.02.2012 07:56

Kreisverkehr hält Dornröschenschlaf

Pinnow (MOZ) Neue Protestaktionen am Kreisverkehr bei Pinnow kündigt die Bürgerinitiative Kreisel 21 an. Deren Mitglieder fühlen sich von der Politik verschaukelt. Zwar ist der geplante und heftig umstrittene Bau einer Kreuzung auf der B 2 zwischen Angermünde und... mehr

04.02.2012 07:30

Gelungene Auswahl

Eisenhüttenstadt (MOZ) Bis zum 5. Februar können die Leser der Märkischen Oderzeitung für ihre Athleten zur Wahl der populärsten Sportler des Kreises stimmen. Die MOZ stellt... mehr

04.02.2012 07:27

Winterharte Mutterkühe auf eiskalter Weide

Neuzelle (MOZ) Nachttemperaturen bis zu minus 17 Grad Celsius lassen uns derzeit bibbern - doch den Kühen der Agrargenossenschaft Neuzelle scheint die sibirische... mehr

04.02.2012 07:00

Die Zwickmühle von Jamikow

Jamikow (MOZ) Von außen macht das Gutshaus in Jamikow noch immer etwas her. Es ist der Mittelpunkt des Dorflebens. Das gilt aber nur für das sanierte Erdgeschoss.... mehr

04.02.2012 06:59

Auf rutschendem Berg wird gebaut

Lebus (MOZ) Soll das Bauprojekt auf dem historischen Turmberg "durchgezogen" werden, obwohl der Berg seit dem vorigen Jahr so stark abrutscht wie lange nicht? Die... mehr

04.02.2012 06:50

Fluglärm bereitet Bürgern Sorgen

Gosen/Erkner (MOZ) Künftig vom Schönefelder Fluglärm betroffene Bürger aus Gosen-Neu Zittau, Erkner und Wernsdorf sowie Vertreter von Bürgerinitiativen haben am Freitag... mehr

04.02.2012 06:49

Eigentümer müssen zahlen

Bad Saarow/Reichenwalde/Langewahl (MOZ) Unmut in der Gemeindevertretung von Bad Saarow hat die Beitragserhöhung des Wasser- und Landschaftspflegeverbands "Untere Spree" hervorgerufen. Vor... mehr

04.02.2012 06:30

Debatte zu Untersuchungen

Vogelsang (MOZ) Über die geplanten seismischen Untersuchungen zur Erforschung von unterirdischen Erdöl- und Erdgas-Lagerstätten will am Donnerstag der Amtsausschuss... mehr

04.02.2012 06:19

Größte Zuwendung an tanzende Botschafter

Altlandsberg (MOZ) Ohne rührige Vereine in den Ortsteilen wäre das gesellschaftliche Leben in der Stadt um ein Vielfaches ärmer. Die Stadt unterstützt daher jedes Jahr... mehr

04.02.2012 06:14

Zwei Frauen archivieren Jahrhunderte

Herzfelde (MOZ) Die Informationen aus der Arbeitsgruppe Herzfelder Chronik sind heiß begehrt. Fast wöchentlich kommen Anfragen nach Zeitdokumenten hinter aktuellen... mehr


Regionalnavigator

Angermünde Bad Freienwalde Beeskow Bernau Eberswalde Eisenhüttenstadt Erkner Frankfurt (Oder) Fürstenwalde Schwedt/Oder Seelow Strausberg

Ort, PLZ oder Redaktion



Regional

© 2010 moz.de Märkisches Verlags- und Druckhaus GmbH & Co. KG
...