Kienitz . Wie schön es ist, auch in modernen Zeiten Altmodisches zu tun, das wissen die Frauen, die sich regelmäßig bei Barbara Brunat in Kienitz treffen. "Nadelgröße zehn: Hat damit schon mal jemand von euch gestrickt?" Eine Frau mit schlanken Stricknadeln in der Hand und rosa Wollknäuel auf dem Schoss fragt über den gedeckten Tisch. Sieben Damen sitzen diesmal in der Runde bei frisch gebrühtem Kaffee, Mohntorte, Plätzchen und einem Berg von Wolle. Sie alle verbindet ein Hobby: das Stricken. Gemeinsam nutzen die Frauen die lange Winterzeit und verarbeiten Wolle zu Socken, Pullovern, Schals, Pulswärmern oder fingerlosen Handschuhen. Wenn die Gastgeberin der gemütlichen Runde nicht gerade Heißgetränke nachfüllt, dann tritt sie unermüdlich das Füßchen ihres Spinnrades. Wolle vom Pommernschaf läuft über die Spule.
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Einmal im Monat treffen sich Frauen aus der Umgebung in Barbara Brunats uriger Blockhütte in Kienitz. Dann klappern die Stricknadeln, nicht selten bis spät in den Abend. "Zwei rechts, zwei links, zwei fallen lassen", heißt der gemütliche Stricktreff.
Obwohl sich noch niemand aus der Frauenrunde an die Stricknadelgröße zehn herangetraut hat, beherrschen sie das Handwerk perfekt. "Zu unserer Schulzeit stand Handarbeit noch auf dem Stundenplan", sagt Barbara Brunat. "Da hab e_SSRq ich das Stricken gelernt." Seit dem vergangenen Jahr gibt sie den Teilnehmern die Chance, sich über neueste Trends zu informieren, Tipps und Tricks auszutauschen und die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der "Oderbruch-Strickszene" zu entdecken.
So wie andere Frauen am Tisch hat auch Ortrud West aus Sophienthal das Stricken wiederentdeckt. "Ich habe früher schon gern gestrickt. Dann fehlte irgendwann einfach die Zeit der Kinder und des Hauses wegen...", erzählt sie. Daheim nimmt sie jeden Tag Nadeln und Wolle in die Hand. Seit ein paar Monaten kommt sie auch regelmäßig nach Kienitz zum Treff. "Jetzt kann ich beim Stricken und Plaudern gut vom Alltag abschalten."
Nicht nur das Stricken an sich spielt in der Runde eine große Rolle - auch gute Wolle. Für Nachschub sorgt Barbara Brunat gern. Zurzeit ist die Nachfrage nach selbstgesponnener Wolle von den eigenen Skudden und vom Pommernschaf aus Alt Zeschdorf allerdings so groß, dass sie kaum hinterherkommt. Frau Brunat musste eine Bestellliste einführen.
Wenn die MOZ am 21. März zum Tag der offenen Tür nach Seelow einlädt, werden auch die Handarbeitsdamen mit dabei sein. Barbara Brunat wird am Spinnrad zeigen, wie Wolle verarbeitet wird. Ortrud West nimmt derweil die Maschen auf und strickt für unsere Gäste. Außerdem wird es Schafsmilchseife geben, Geschenkartikel rund ums Schaf, Naturwolle, Gefilztes und Gestricktes und - Stricktipps.
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