Falkenhagen . Im Oderlandcamp hat der Bau einer Mehrzweckhalle begonnen. Bis Ende August soll der Ergänzungsbau stehen, in dem die immer zahlreicher werdenden Camp-Besucher sich vor allem bei schlechter Witterung sportlich betätigen können. Außerdem wird die 220 Quadratmeter große Halle Platz für größere Veranstaltungen bieten - von Tagungen und Rüstzeiten bis zu Familienfeiern. Die Bauphase bei fast immer vollem Haus zu meistern, ist für das Campteam um Chefin Liane Jachnow eine große Herausforderung. Das Diakonische Werk Oderland-Spree investiert rund 200 000 Euro in den Hallenbau.
Ende März ist der erste Bagger angerückt, um die Baugrube im einstigen Wirtschaftshof des Oderlandcamps auszuheben. Jetzt trocknet schon der Beton des Fundamentes. Heute sollen die Maurer anrücken, die die Wände der Mehrzweckhalle hochziehen. Jener Halle, die Liane Jachnow und ihre Mitstreiter so herbei sehnen.
"In den vergangenen Jahren sind immer mehr Sportvereine und Sportgruppen - von den Viktoria-Fuß- und Volleyballern aus Frankfurt (Oder) über die Karatekämpfer aus Wriezen bis zu Linedancern - unter unseren Gästen gewesen. Sie machen hier ihre Trainingslager, Chöre aus der Region proben übers Wochenende", erzählt die Campleiterin. Doch der einzige größere Raum in dem Komplex ist der Speiseraum. Mit seinen 70 Plätzen ist auch er für manche Gruppen noch zu klein und für viele sportliche Aktivitäten nicht geeignet. Mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass immer wieder Tische und Stühle raus und rein geräumt werden müssen.
So kam die Idee vom Bau einer Mehrzweckhalle auf, die sowohl für sportliches Treiben als auch für Veranstaltungen aller Art genutzt werden soll. "Dann können unsere Gäste bei schlechtem Wetter in der Halle Volleyball oder Fußball spielen und abends ihre Disko veranstalten, ohne dass andere Besucher gestört werden", blickt Liane Jachnow voraus.
Die meisten Besucher des Oderlandcamps - im vorigen Jahr gab es 13 500 Übernachtungen - sind Kinder und Jugendliche aus Berlin und ganz Ostbrandenburg. Das vom Diakonischen Werk Oderland-Spree betriebene Camp hat sich als gute Adresse für Gruppenfahrten, Ferienspiele und Familienausflüge längst einen Namen gemacht.
Reserven gibt es, was die Auslastung betrifft, vor allem im Winterhalbjahr. Dann könnten verstärkt Tagungen, Rüstzeiten und größere Familienfeiern in der Mehrzweckhalle stattfinden, deren Teilnehmer auch die etwa 200 Betten im Camp belegen würden.
Der Bauplatz auf dem ehemaligen Wirtschaftshof gewährleiste nicht nur kurze Wege zwischen der Halle und den Bettenhäusern rundherum, sondern fürs Catering auch zur Küche, erklärt Liane Jachnow. Außerdem sei so vermieden worden, dass die Spielflächen im Außenbereich zerstückelt werden.
Anderthalb Jahre sind seit der Zustimmung des Vorstandes des Diakonischen Werkes Oderland-Spree zu den Bauplänen im Herbst 2007 ins Land gegangen. Die Prüfung des Bauantrages habe ein Dreivierteljahr gedauert. Unter anderem, weil das Vorhaben im Naturschutzgebiet Platkower Mühlenfließ verwirklicht wird, erklärt die Campchefin. Als Ende 2008 die Baugenehmigung erteilt war, verhinderte der lange Winter den Baubeginn. Nun soll der Bau bis Ende August stehen. Was heißt, dass bei vollem Betrieb gebaut wird. Denn seit Anfang April ist das Oderlandcamp fast ständig voll ausgelastet. In den Sommerferien werden zum Teil mehr als 300 Gäste auf einmal da sein, von denen einige ihre Zelte auf dem Gelände aufschlagen.
"Wir bemühen uns, die Beeinträchtigung durch die Bauarbeiten so gering wie möglich zu halten und werden Wünsche von Gästen, so weit es geht, berücksichtigen", sagt Liane Jachnow. Die Leiterin des Oderlandcamps weiß, dass auf sie und ihre derzeit 14 Mitstreiter schwere Wochen zukommen.
Für die Finanzierung des rund 200 000 Euro teuren Bauvorhabens hat das Diakonische Werk Hilfe von der "GlücksSpirale" bekommen. Deren Träger, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, unterstützt damit das Konzept des Oderlandcamps. Die Einrichtung will Deutschlands erstes "alles inklusive" Ferien- camp werden. Gemeint ist nicht die Vollverpflegung, sondern dass zugleich behinderte und nicht behinderte Gäste betreut werden.
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