Potsdam . Die brandenburgische Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen kritisiert die Landesplanung. Die Konzentration auf Wachstumskerne und Mittelzentren gefährde die gewachsene historische Struktur, sagte Vorsitzender Harry Müller am Montag in Potsdam. Ein Teil der 31 Mitgliedsstädte soll ihre Einstufung als Grundzentrum verlieren und damit weniger Zuweisungen vom Land erhalten. Müller fürchtet eine Entleerung der mit viel Geld und Aufwand herausgeputzten kleinen Städte. Bauminister Reinhold Dellmann (SPD) widersprach dem vehement. Obwohl die Fördermittel konzentriert werden, würden auch kleinere Städte weiterhin Städtebaumittel erhalten. Auch ohne die Festschreibung von Grundzentren in der Landesplanung würde niemand abgehängt, erklärte Dellman. Er würdigte Angermünde und Luckau, deren Stadtbild inzwischen besser aussähe, als das in den alten Ländern Standard sei.
An der Erhaltung der der historischen Altstadt beteiligen sich in Altlandsberg - hier das ehemalige Gefõngnis - auch die B³rger, so der Wunsch der Stadtvõter. Foto: GMD/Gerd Markert.
Der Arbeitsgemeinschaft setzt unterdessen verstärkt auf Bürgerengagement und Spenden, um dem Verfall der historischen Stadtkerne entgegenzuwirken. Dazu startet die Aktion "Bürger retten ihre Denkmale" in Wusterhausen, Peitz und Altlandsberg. In Altlandsberg will die Stadt die ehemalige Schlosskirche kaufen und als soziokulturelles Zentrum ausbauen. Auch hier sollen Spenden und Bürgerengagement das Vorhaben ermöglichen. Seit Gründung der Arbeitsgemeinschaft 1992 ist rund eine halbe Milliarde Euro in beteiligte Kommunen geflossen, sagt Vorsitzender Harry Müller, der parteilose Bürgermeister von Luckau.
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