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Gemeinsam wohnen und leben

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In Sachen Stadtumbau will sich die Wohnungswirtschaft offensichtlich künftig stärker vom Abriss weg hin zu tatsächlichem Umbau bewegen. Gestern stellte das Unternehmen ein Projekt für die Umgestaltung der Hochhäuser Pablo-Neruda-Block 1-4 vor. Geschäftsführer Ronald Schürg und Mathias Tietze vom Planungsbüro Madeyo malten dabei eine Vision von generationsübergreifendem Wohnen, ergänzt von Angeboten für Betreuung, Bildung und Service. Integriert werden soll zum Beispiel ein Freies Tourismusgymnasium. Die Kosten werden auf 19 Millionen Euro geschätzt. Mieter sollen zum Vorhaben befragt werden.

Die vier Hochhäuser am Pablo-Neruda-Block machen derzeit einen nicht gerade einladenden Eindruck. Ein Drittel der insgesamt 329 Wohnungen steht leer. Vor allem Familien ziehen aus den vorhandenen Drei-Raum-Wohnungen eher aus. Die Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen sind zwar noch stärker belegt, doch von neuen Mietern ebenfalls kaum gefragt. Denn die Grundrisse der Wohnungen sind nicht attraktiv, es gibt keine Balkone, die Fenster sind zugig, Ordnung und Sauberkeit im Haus lassen zu wünschen übrig.

Doch das Ensemble hat Potenzial, wissen Schürg und Tietze. Die Nähe zum Stadtzentrum, zu Handles-, Dienstleistungs-, Kultur- und medizinischen Einrichtungen, die gute Verkehrsanbindung, der Lenné-Park in der Nachbarschaft sind einige der Vorteile. Die Wohnungswirtschaft will deshalb in den kommenden Jahren dem gesamten Ensemble auf der Allendehöhe verstärkte Aufmerksamkeit widmen. Der Pablo-Neruda-Block soll ein Anfang sein und zeigen, was möglich ist, wenn mehrere Partner mitziehen.

Denn, so Planer Mathias Tietze, die Häuser sollen nicht nur saniert und umgebaut werden, sondern auch völlig neue soziale Inhalte erhalten. Er spricht von vier Säulen, nennt neben dem Wohnen Betreuung, Bildung und Service. Der Anteil des Wohnens soll auf ein geringeres Maß als bisher beschränkt werden. Künftig soll es noch 259 Wohnungen, also 70 weniger als bisher, in den Hochhäusern geben. Und die sollen mit 30 verschiedenen Grundrissen, zum Teil etagen- oder hausübergreifend, angeboten werden. Es sind Zwei- bis Fünf-Raum-Wohnungen vorgesehen. So soll eine breite Mischung der Bewohner erreicht werden, von Singles über junge Paare ohne Kinder und Familien bis hin zu Senioren.

Zwar kann Schürg derzeit noch nicht sagen, wie die Mieten künftig gestaltet sein werden, sichert aber zumindest zu, dass die Wohnungen bezahlbar bleiben sollen, um eben diese soziale Mischung erreichen zu können.

Mit Anbauten unten sowie der Umgestaltung der oberen Etagen bis hin zu den Dachlandschaften sollen Räume für verschiedene Zwecke entstehen. Gedacht zum Beispiel an eine Begegnungsstätte der Volkssolidarität, an Räume für Interessengruppen und eine Selbsthilfewerkstatt, die als Ergänzung zum benachbarten Mehrgenerationenhaus Mikado verstanden werden, an eine 24-Stunden-Kinder-Betreuung, an der die Johanniter Interesse zeigen, an ein Gesundheitszentrum für Reha- und Kindersport, Ernährungsberatung sowie an ein Café.

In einem zweietagigen Anbau unten soll zudem eine Freie Schule i ntegriert werden. Wie für die anderen Vorhaben gäbe es auch dafür schon sehr ernsthafte Gespräche, berichteten Tietze und Schürg. Der Internationale Bund (IB) möchte ein Europäisches Privatgymnasium etablieren, bestätigte Astrid Goethe, Geschäftsführerin des IB-Förder- und Integrationszentrums Neuenhagen. "Wir wollen den Schülern Ganztagsangebote mit touristischen Schwerpunkten machen, die sie auf eine Berufsausbildung oder ein Studium in dieser Richtung vorbereiten." Die Errichtung der Schule ist beim Bildungsministerium beantragt, sie soll 2010 starten, womöglich zunächst an einem anderen Standort, denn mit dem Bau, so Schürg, könne sicher erst in zweieinhalb bis drei Jahren begonnen werden. Zuvor sollen auch die Mieter zum Projekt befragt werden.

Das Projekt ist gestern Banken vorgestellt worden, die einen Teil der 19 Millionen Euro Investition als Kredite zur Verfügung stellen sollen. Zudem hofft die Wowi auf Fördermittel.

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