Biesenthal . "Wie jetzt, gar nichts? Aber Sie haben doch sicher eine Spendenbox? Auch nicht? Dann nehme ich einen Kaffee." Viele Besucher waren sichtlich irritiert, doch auf dem ersten Biesenthaler Verschenkemarkt, der am Sonntagnachmittag am Biesenthaler Bahnhof stattfand, gab es wirklich alles umsonst - einschließlich des Kuchens und der Getränke. Gemeinsam mit der örtlichen Agenda 21 hatte der Verein Wukania diesen Markt organisiert.
"Nächstes Mal mache ich auch mit", erklärte die Biesenthalerin Renate Hellwig, die mit ihrer Enkeltochter gekommen war und nun Bücher und CDs im Rucksack mit nach Hause nimmt. "Ich finde da noch soviel im Keller", ist sie sich sicher.
"Gegen den Konsumterror", sagte auch Anne Schulz lächelnd an einem anderen Stand und packte alte Bürotechnik, Kaffeemaschinen und eine richtige Schreibmaschine samt Faxgerät und Drucker auf den Verkaufstisch. Eine halbe Stunde später ist das Faxgerät weg, ein Steppke schleppt es gerade davon. Jetzt hat er ein eigenes für sein Kinderzimmer.
Die Idee für den Verschenkemarkt stammt vom Verein Wukania. "Sonst muss man ja immer überall für alles bezahlen, doch heute scheint das Fehlen des sonst üblichen Griffs zum Portemonnaie den einen oder anderen regelrecht durcheinander zu bringen", so Janoschka, der einen solchen Markt im letzten Jahr schon mal in Börnicke durchgeführt hat. "Die Leute freuen sich, etwas mitnehmen zu können", sagte er. Besonders Kleidung, Spiele und besonders Bücher sind gefragt.
Auch aus Bernau und sogar Berlin sind Besucher gekommen. Ein Pony lädt die Kleinen zum Reiten ein, während Mama oder Papa am Stöbern war und zur Unterhaltung für die Großen spielte die Band "Safari Harmonie".
Der Verschenkemarkt ist ein voller Erfolg. Organisator Thomas Janoschka denkt deshalb schon mal über einen weiteren nach. Wo, das will er allerdings noch nicht verraten.
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