Potsdam . Die brandenburgischen Wohnungsunternehmen erwarten eine weitere Abrisswelle im kommenden Jahrzehnt. In den Berlin fernen Regionen könnten wieder bis zu 150 000 Wohnungen ohne Mieter sein. Ein ähnlich hoher Leerstand hatte schon zu Beginn des Jahrzehnts zum großflächigen Abriss ganzer Stadtteile geführt.
Finanziert wurde der Abriss im Rahmen eines Stadtumbau-Programmes, für das Bund und Land rund 500 Millionen Euro bis 2009 zur Verfügung gestellt haben. Mit Ablaufen des Programmes werden etwa 55 000 nicht vermietbare Wohnungen, vorwiegend in Plattenbauten, abgerissen sein. Bereits jetzt konnte der Leerstand von über 20 Prozent auf 17 Prozent gesenkt werden.
Der Verband der Berlin- Brandenburgischen Wohnungsunternehmen (BBU) mit insgesamt 364 Mitgliedern in beiden Ländern geht für Brandenburg davon aus, dass der Leerstand wieder auf die alte Zahl von rund 150 000 steigen wird. Als Ursache gelte weniger der Wegzug junger Brandenburger als vielmehr der jetzt einsetzende stetige Bevölkerungsrückgang, sagte David Eberhart, Sprecher des Verbandes.
Der BBU fordert deshalb eine Fortsetzung des Bundesprogrammes Stadtumbau Ost. Das brandenburgische Infrastrukturministerium erklärte, die Leerstandsprognosen seien in der Höhe nicht nachvollziebar. Man gehe aber davon aus, dass der Bund ein Folgeprogramm auflegen werde. Allerdings würde dies nicht allein für die neuen Länder gelten, sondern auch Wohnungsabriss im Westen fördern. Über die Höhe und Verteilung gebe es noch keine Einigung. Der BBU fordert dagegen ein Programm nur für die ostdeutschen Länder, da hier die Probleme gravierender seien als im Westen.
Die Stadt Schwedt, die bereits 1999 mit dem Umbau begonnen und 5000 Wohnungen abgerissen hat, rechnet nur noch mit einem Überschuss von 1000 Wohnungen bis 2015. In Eisenhüttenstadt und Frankfurt (Oder) gehen die Wohnungsgesellschaften davon aus, dass bis Mitte des nächsten Jahrzehnts der Rückbau fortgeführt werden muss.
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