. Kritik an der Übersicht über die freien Wohnungen in den sicheren Wohnungsbeständen gab es auf der Stadtverordnetentagung von Angelika Schneider (Bürgerinitiative Stadtentwicklung). Sie rechnete ihren Abgeordnetenkollegen vor, dass die Zahlen nicht so stimmig sind wie auf dem Papier.
Platte platt: Auch die Bewohner des Karrees Hamburger Stra▀e mussten mit Ausweich-Wohnungen versorgt werden.
"1249 freie Wohnungen soll es geben. Doch zieht man von denen schon mal die 344 Wohnungen ab, die auf Abriss stehen, bleiben noch etwa 900 übrig", erzählte sie. Und in dieser Zahl wiederum seien auch 61 Wohnungen in der Moskauer Straße 8 enthalten. Die werden aber bekanntlich gerade freigezogen, weil das Gebäude von der Wohnungswirtschaft saniert werden soll. "Sie stehen also aktuell nicht zur Verfügung. Mal davon abgesehen, wie sich die Miete nach der Sanierung entwickeln wird", so Angelika Schneider. Aufgezählt werden als freie Wohnungen u. a. auch die Gubener Straße 31b und die Güldendorfer Straße 145. "Diese Wohnhäuser werden gerade verkauft", berichtete die Abgeordnete. Und auch die Wohnungen im Karree Heinrich-Hildebrand-Straße prangerte sie an: "Dort braucht man meines Wissens einen Wohnberechtigungsschein. Wer hat den schon?"
Sie sei mit einer von Hartz IV bedrohten Frau unterwegs gewesen. Der habe man lediglich eine einzige Wohnung in der Badergasse anbieten können. Andere Betroffene wiederum müssten von ihren Hartz IV-Bezügen noch die Miete bezuschussen, da die Kos- ten höher als genehmigt sind. Davon gebe es zahlreiche Beispiele, sagte Angelika Schneider. "Ich erinnere mich an ein Gespräch mit dem Oberbürgermeister in Neuberesinchen, in dem er zugesagt hat, dass die Arge JobCenter solche Differenzen übernehmen würde, wenn die Kosten der Unterkunft überschritten werden", so die Stadtverordnete.
OB Martin Patzelt reagierte auf die Vorwürfe: "Ich danke für Ihre öffentliche Kritik, bitte Sie aber herzlich, in konkreten Fällen konkrete Anträge zu stellen. Oder die Fälle zu benennen. Dann können wir dem Problem nachgehen", sagte er. Stadtverordnetenvorsitzender Peter Fritsch (SPD) griff den Vorschlag des Stadtverordneten Josef Lenden (Bürgerinitiative Stadtumbau) auf und will in einer der nächsten Stadtverordnetenversammlungen über dieses Problem diskutieren lassen.
Angelika Schneider will sich dann auch dafür einsetzen, dass die Übersicht über den freien Wohnraum konkreter formuliert wird. Etwa im Sinne: Wie viele freie Wohnungen sind sofort bezugsfähig?
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