Eisenhüttenstadt . Die Stadt als Marke - das war das große Thema beim gestrigen 11. Innenstadtforum Brandenburg im Saal der Kleinen Bühne des Friedrich-Wolf-Theaters. Aber auch die Rolle von historischen Stadtkernen wurde angesprochen und speziell für Eisenhüttenstadt das Geschäftsstraßenmanagement.
"Das ganze Thema Stadtmarketing ist in unserer Region noch nicht wirklich weit entwickelt", findet Uta Häusler von der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg (IHK). "Von daher ist ein solches Forum interessant. Durch einen solchen Erfahrungsaustausch kann man von den erfahrenen Städten einiges lernen." Als Vertreter dieser erfahrenen Städte war unter anderem Michael Reink vor Ort. Er ist nicht nur verantwortlich für das Marketing des neuen niedersächsischen Fußballmekkas Wolfsburg, sondern auch Präsident des Verbandes Citymanagement Ost und hatte folgenden Tipp parat: "Gerade den Städten in Brandenburg rate ich, als Städteverbund auf sich aufmerksam zu machen", sagte er. Erstens habe nicht jede Stadt ein spezielles Thema, das sich groß vermarkten lasse, und zweitens fehlten oft auch die finanziellen Mittel für eine groß angelegte Kampagne. Außerdem erklärte er: Namen wie "Zille-Stadt oder Lilienthal-Stadt sind vielleicht wichtig für die Bewohner, aber letztlich interessiert das außerhalb niemanden wirklich."
Natürlich sei ein Leitbild für eine Stadt wichtig, betonte Kommunikationsexperte Justus Bobke, der unter anderem an der Reform des Hamburger Standortmarketings mitgewirkt hat. Aber das müsse dann so sicher sitzen wie ein Nagel in der Wand. "Ehe Sie ein schlechtes Leitbild entwerfen, lassen Sie es lieber ganz", erklärte er. Denn nach diesem Leitbild sollte sich dann unter anderem die Kommunikation und die Gestaltung des Marketings richten. Ein Leitbild allein sei genauso wenig die Lösung eines Problems wie ein Logo. "Marken entstehen immer aus einem Mythos, aus einer Geschichte", betont Bobke. Und diese Geschichte müsse man dann mit Innovation ausbalancieren.
Geschichte haben zum Beispiel historische Stadtkerne zu bieten. Und Altstädte können auch das Profil einer Stadt beeinflussen, hieß es bei der Einleitung zum Vortrag von Michael Knape, Bürgermeister von Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark). Er berichtete von der erfolgreichen Vermarktung des historischen Stadtkerns über die dort erfolgte Sanierung. "Vielleicht kann das auch ein Beispiel für uns sein", erklärte Wolfgang Perske, Eisenhüttenstadts Geschäftsbereichsleiter Stadtmanagement, in seinem Resümee. Er wies zudem darauf hin, dass man auch im Ausland sehr wohl auf Eisenhüttenstadt schaue - aufgrund der vor Ort agierenden internationalen Konzerne wie ArcelorMittal. Ohne ArcelorMittal beispielsweise wäre auch die Umsetzung der groß angelegten Imagekampagne "Eisenhüttenstadt hat viele Eisen im Feuer" nicht möglich. Und irgendwie sei Eisenhüttenstadt schon allein durch seinen Name als Marke etabliert, findet Bürgermeister Rainer Werner. Und letztlich sei bereits jeder Bürger Markenbotschafter, der außerhalb seiner Stadt erzählt, woher er kommt, sagt Citymanagement-Experte Reink.
Ein weiteres Eisen für Hütte, an dem die Stadtverwaltung derzeit schraubt, soll das Geschäftstraßenmanagement werden. "Im September wollen wir es installieren - für die Königstraße in Fürstenberg, die Fröbelringpassage und die Lindenallee", teilte Werner mit. "Es zielt darauf ab, die Geschäftskultur in der Stadt voranzubringen und die Einzelhändler zu stärken", erklärte Stadtmanager Jörg Ihlow. Letztlich gehöre auch das dazu, wenn es um die Zukunftsfähigkeit einer Stadt gehe. Zudem betonte er, dass das Integrierte Stadtenwicklungskonzept eng verbunden sei mit der neuen Kommunikationsstrategie. Doch gerade die Kommunikationsstrategie werde in vielen Städten vernachlässigt, stellte sich beim Innenstadtforum heraus.
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