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Stauwarnsystem in Betrieb

Eberswalde . Sommerzeit ist Reisezeit. Und Bauzeit. Nicht nur auf zahlreichen Bundes- und Landesstraßen wird zurzeit gebuddelt. Auch die Autobahn A 11, eine der wichtigsten Ostsee-Verbindungen, gleicht einer großen Baustelle.

Allein auf den etwa 50 Kilometern, die die A 11 durch den Barnim führt, reiht sich Baustelle an Baustelle. Der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg weist auf seiner Homepage fünf verschiedene Maßnahmen zwischen dem Autobahndreieck Schwanebeck und der Anschlussstelle Pfingstberg aus. Alle sind mit Verkehrseinschränkungen verbunden. In einem Fall gibt es eine Vollsperrung.

Zwischen Wandlitz und Lanke werden bis Mitte August die Platten saniert. In Finowfurt ist die östliche Auf- und Abfahrt dicht, laut Internet bis zum 17. August. Doch Johannes Neßler von der Niederlassung Ost des Landesbetriebs versicherte am Mittwoch noch einmal auf Anfrage der MOZ, dass die Anschlussstelle am Donnerstag gegen Mittag geöffnet wird. Gleiches gelte für die B 167 (Marienwerder Straße) in Finowfurt.

Kurz hinter Finowfurt errichtet die Firma Schachtbau Nordhausen eine neue Brücke über den Oder-Havel-Kanal. Wie Wolf-Rainer Szameitat, Leiter der Niederlassung Autobahn im Landesbetrieb, sagte, sollen diese Arbeiten bis Herbst abgeschlossen sein. Seit Montag wird die Anschlussstelle Chorin umgebaut. Aus diesem Grund ist die L 23 (Verbindung Britz - Golzow - Joachimsthal) im Bereich der Anschlussstelle voll gesperrt. Die Abfahrt aus dem Norden ist zwar offen, eine Weiterfahrt jedoch nur in Richtung Joachimsthal möglich, nicht in Richtung Britz-Eberswalde.

Größtes und zeitaufwendigstes Vorhaben ist jedoch der grundhafte Ausbau der Autobahn zwischen den Anschlussstellen Werbellin und Pfingstberg. 2009/10 steht dort der Ausbau der Fahrbahn zwischen den Kilometern 42,2 (bei Chorin) und 48 (hinter Joachimsthal) an. Eine knapp sechs Kilometer lange Strecke, die es in sich hat. Denn Teil diese Etappe sind zwei Bauwerke: zum einen eine Brücke über die Bahnstrecke Britz - Templin, zum anderen eine Überführung bei Neugrimnitz. Weshalb allein dieser Abschnitt gut zwölf Millionen Euro kostet.

Beim Ausbau der Fahrbahn geht es derzeit Richtung Norden. Sprich: Es wird an der rechten Richtungsfahrbahn gearbeitet. Derweil läuft der Verkehr auf der linken Fahrbahn mit zwei Spuren in Richtung Prenzlau, wohingegen für den Verkehr in Richtung Berlin nur eine Spur zur Verfügung steht.

Aufgrund des hohen Reiseverkehrs gerade jetzt in den Sommerferien sowie der Reduzierung der Fahrstreifen müsse in Richtung Süden an den Wochenenden mit Stau im Baustellenbereich gerechnet werden, so Szameitat. Deshalb habe der Landesbetrieb erstmals ein Stauwarnsystem eingesetzt. Dieses System registriere Staus von mehr als sechs Kilometern Länge. Und ab einer Wartezeit von einer Stunde leuchte vor Pfingstberg die Empfehlung auf, die Umleitung zu nutzen. Laut Autobahnchef habe das System aber noch eine zweite Funktion. Es soll die Reisenden vor dem Stau warnen und deren Aufmerksamkeit erhöhen. Schon jetzt habe sich die Anlage bewährt. Denn an den Wochenenden, räumte Szameitat ein, sei sie regelmäßig in Betrieb.

2010 soll die Gegenrichtung für die Zukunft fit gemacht werden. Aus baulicher Sicht sei dann kein Tempo-Limit mehr nötig. Der Standstreifen sei zwar im Bereich der Biosphäre schmaler als üblich, dennoch lasse die Fahrbahn eine offene Geschwindigkeit zu, erklärt Szameitat.

Während so mancher Autofahrer ob der Vielzahl der Baustellen flucht, wirbt der Bauherrenvertreter um Verständnis. "Wir können nun mal nicht im Winter bauen." Die Vorhaben an der A 11 seien alle langfristig geplant. "Sie haben nichts mit dem Konjunkturprogramm zu tun", so Szameitat. Im Übrigen sei es Wille und Forderung der Politik, Baumaßnahmen zu konzentrieren. Und ohne Behinderungen ginge es nun mal nicht. Wobei der Ressortleiter betont: "Die Mehrzahl der Brandenburger Autobahnen sind keine typischen Reisestrecken."

Weitere Infos unter www.ls.brandenburg.de

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