. Bernau Lebensecht sind sie schon, lebendig jedoch nicht mehr, die Tiere der Spinnen- und Insektenausstellung "Arachnophilia" von Pierre Brumbach. Die Ausstellung ist noch heute im Tobias-Seiler Saal in Bernau zu sehen.
Bewegungslos: So lebendig, wie sie aussehen, sind sie nicht. Dilara (10) und ihr Bruder Julyan G÷res (8) aus Bernau zeigen sich skeptisch ³ber die naturgetreuen, aber toten Schmetterlinge. Atlasfalter geh÷ren zu den gr÷▀ten ihrer Art.Foto: MOZ/Scheibe
Vor allem aus abgestoßenen Häuten exotischer Spinnen und verstorbener Insekten besteht die Ausstellung. In einem aufwendigen Verfahren wurden die Überreste der Tiere präpariert und möglichst lebensnahe wieder hergerichtet. "Dabei handelt es sich ausschließlich um Tiere, die eines natürlichen Todes gestorben sind", versichert Brumbach.
Der 30-Jährige stellt seit gestern im Tobias-Seiler-Saal in Bernau, Am Kirchplatz 8, etwa hundert außergewöhnliche Spinnen aus. Sie gehören zu 50 von etwa 900 verschiedenen Arten, die es gibt. Es sind Leihgaben vom Naturhistorischen Museum in Wien und teilweise auch eigene Käufe, sagt Brumbach, der sich in der Freizeit mit den Krabbeltieren beschäftigt.
Neben den Spinnen gibt es eine kleine, erst kürzlich dazu gekommene Insektenabteilung, die zukünftig noch erweitert werden soll. In dieser Abteilung können Schmetterlinge von unterschiedlichen Größen und in den verschiedensten Färbungen bestaunt werden. Zu den größten und farbenfrohesten gehören die Atlasfalter. Weiterhin gibt es Krabbler, wie den Rosenkäfer, Prachtkäfer oder die Weiße Baumnymphe, die Stachelschrecke, Harlekin-Bockkäfer oder die Totenkopfschabe zu begutachten. Keines dieser Tiere ist in unseren Regionen zu finden. Die meisten leben in asiatischen Landschaften, aber auch in Afrika oder Südamerika.
Brumbach beantwortet gern auftretende Fragen und räumt mögliche Fehlinformationen und Gerüchte über Spinnen aus dem Weg. Es heißt zum Beispiel, so Brumbach, dass der Stich des Kaiserskorpions, des größten Skorpions überhaupt, schmerzhaft und sogar tödlich sei. "Der Stich ist nicht schlimmer als der einer Biene", klärt er auf.
Der Biss der gefürchteten Schwarzen Witwe, einer eher kleinen Spinne mit schwarzem Körper und rotem Muster, sei in der Tat tödlich, bestätigt der Experte. Allerdings gehe das nicht, wie oft verbreitet, innerhalb kürzester Zeit, sondern es dauere drei bis vier Tage, ehe man daran sterbe. Die Ausstellung beherbergt ein junges Exemplar von etwa 1,5 Zentimetern Größe.
Die teuerste Spinne sei, so Brumbach, die Blaue Ornament-Vogelspinne. Für 1800 bis 2000 Euro sei sie bereits auf Tierbörsen gehandelt worden, sagt er. Die größte mit bis zu 35 Zentimetern heißt Theraphora blondi.
Heike Göres aus Bernau besuchte gestern die Ausstellung mit ihren beiden Kindern Julyan (8) und Dilara (10). Ihr habe es sehr gut gefallen, sagte sie später. Die Ausstellung sei sehr aufschlussreich gewesen und die Infoblätter seien gut geschrieben. "Gut finde ich auch, dass es keine echten Tiere sind. Es handelt sich teilweise um bedrohte Arten und diese Ausstellung würde für ein lebendes Tier nur Stress bedeuten." Man solle sie nicht für eine Ausstellung opfern. Ihre beiden Kinder seien zunächst skeptisch gewesen, da es sich nicht um lebende Spinnen handele, waren dann aber doch begeistert. Vor allem fanden sie toll, dass die Tiere nicht weglaufen konnten.
Am Samstag zieht Brumbach mit seinen Insekten weiter nach Ludwigsfelde. Sonntag geht es dann nach Schönwalde. Je nach vorhandenem Platz erweitere er dann seine Ausstellung noch um einige Tiere. Für fünf Euro kann sie von 10 bis 18 Uhr besucht werden.
Winziger Nachwuchs im Berliner Affenhaus (Mit Bild) Im Affenhaus des Berliner Zoos gibt es Nachwuchs: An Silvester ist ein winziges Schwarzes Brüllaffenbaby... mehr
Breslack: Die Alpakas Teddy und Bärchen sind die jüngsten Bewohner auf dem Hof der Familie Kotte Zwei dickfellige Alpakas sind die wohl winterhärtesten... mehr
Die Ausstellung " Arachnophilia " im Fürstenwalder Bürgerhaus präsentierte gestern fünfzig verschiedene Spinnen und hundert Insekten, darunter einen... mehr
Dreimal in der Woche stellt sich Andreas Fussan in Birkenwerder an den OP-Tisch. Er greift als Facharzt für Diagnostische Radiologie – so sein korrekter Titel – da ein, wo das Gefäß zu eng ist oder der Bandscheibenvorfall unerträgliche Schmerzen... mehr
