Tempelfelde ArrayDie Bauarbeiten und insbesondere die ausgeschilderte Umleitungsstrecke sorgt im sonst ruhigen und beschaulichen Tempelfelde für Aufregung. Seit Montag rollen über Straßen, die kaum breiter als der Berlin-Usedom-Fernradwanderweg sind, Pkw, Busse und Brummis.
Gerald Katscher hat sich zum Beschneiden der Rosen sicherheitshalber eine Warnweste angezogen. Pkw kommen auf der jetzt als Einbahnstraße deklarierten Gartenstraße noch ganz gut durch. Wenn aber der Bus oder andere Schwertransporter wie auf der Ortsdurchfahrt dort vorbeirollen, wird es kritisch. Der Streifen zwischen Fahrbahn und Garteneingrenzung ist vielleicht nur einen halben Meter breit. Gerade aus dem Urlaub zurückgekehrt und auf der Terrasse Platz genommen, glaubte er, sich im falschen Film zu befinden. "Ich dachte ich sitze auf eine Raststätte an der Autobahn", sagte er. Er sei selber Berufskraftfahrer und kann die jetzige Situation nicht so recht verstehen, zumal auch vorher nicht entsprechend informierte wurde. Seiner Meinung nach müsse die Umleitung über die Kastanienallee und Gratze führen.
Kritisiert werden auch die mangelnde Ausschilderung der Einbahnstraße und fehlende Hinweise auf die geänderte Vorfahrtregelung an der Ecke Linden-/Kastanien-Straße. "Die Kraftfahrer fahren auch einfach in der falschen Richtung in die Einbahnstraße, das geht solange, bis es knallt", sagte eine Frau, die mit anderen Einwohnern am Zusammentreffen von Lindenstraße und Grüntaler Straße die Arbeiten zur Regenentwässerung beobachtet. Das ist die neuralgische Stelle und auch Grund für die umfangreiche Sanierung der Straße. Bei starkem Regen war dort nicht nur die Straße überschwemmt, sondern das Wasser ist bis in die angrenzende Höfe und Gebäude gelaufen. Darum werden Regenentwässerung und Dorfteich saniert und die Straße erneuert. Dies geschieht nicht nur im Bereich zwischen Teich und Kirche, sondern in einem nächsten Bauabschnitt von der Höhe der Kirche bis hinein in die Schönfelder Straße. Dafür werden dann neue Umleitungen gelten.
Die Probleme mit der aktuellen Umleitung haben die zuständigen Stellen am Dienstag vor Ort in Augenschein genommen und Änderungen festgelegt. So wird eine großräumige Umfahrung der Baustelle angestrebt. Diese soll am Montag greifen, informierte die Sprecherin der Kreisverwaltung Jana Zelle. Als Sofortmaßnahme ist die Begrenzung der Geschwindigkeit für die beiden derzeitigen Umleitungsstrecken angeordnet worden. Das sind die Garten und die Lindenstraße, wo gestern die 30er-Schilder aufgestellt wurden.

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