Donnerstag, 2. September 2010

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Amtshof gerät ins Schwanken

Biesenthal ArrayWas schon monate-, ja jahrelang gärte, ist jetzt erstmals in einem öffentlichen Gremium diskutiert worden: Die Stadt Biesenthal strebt einen eigenen Bauhof an. Dies würde das Ende des Amtshofes bedeuten, zumindest in seiner jetzigen Form. "Wir wollen das regionalisieren, ähnlich wie es in Marienwerder und zum Teil auch in Rüdnitz gehandhabt wird", erläuterte André Stahl, Bürgermeister von Biesenthal, am Dienstabend in der Sitzung des Ausschusses A1 des Amtsausschusses Biesen-thal-Barnim.

Die Gründe, weshalb schon lange darüber gemunkelt wurde, sind stets dieselben geblieben. Die Verantwortlichen und Organisatoren haben über die Jahre kein Rezept gefunden, wie die größte Kommune des Amtes und damit der Zahler des größten Teils der Umlage auch dementsprechende Leistungen des Amtshofes in Anspruch nehmen konnte. Es sind rund 270 000 Euro, die die Stadt im Jahr für den Amtshof aufbringt. Die Stadt zog meist den Kürzeren, während andere Kommunen mehr Leistungen erhielten, als ihnen proportional zustanden.

Wurden diese Diskrepanzen noch bemerkt, dann sei dies mitunter im Dezember mit Leistungen ausgeglichen worden, die relativ wertlos waren, erläuterte Stahl weitere Beweggründe. Die Dinge, die in der Saison wichtig gewesen wären, ließen sich so nicht aufholen. Wenn es einen Stadtbauhof gebe, dann sei die Identifikation mit den Aufgaben auch besser. Allerdings solle mit Blick auf die anderen Kommunen im Amt auch kein Porzellan zerschlagen werden, bekundete Stahl die Bereitschaft, den Vorstellungen anderer Orte entgegenzukommen.

Hinzu komme, dass einzelne Leistungen einfach zu teuer seien. Zum Beispiel sei ein Arbeitsstundenpreis von 35 Euro für Rasenmähen relativ hoch. Diese Leistungen gebe es in der freien Wirtschaft weitaus günstiger, erklärte Stahl.

Daneben sei auch der organisatorische Aufwand zu betrachten. Wenn akute Problem behoben werden müssen, gebe es eine schriftliche Meldung an einen Amtsmitarbeiter. Der informiere den Amtshof. Dann werde hingefahren, um die Angelegenheit zu beurteilen. "Da ist oft schon mehr als ein halber Tag vergangen", meinte Breydins Bürgermeister Peter Schmidt.

Man müsse davon wegkommen, dass der Amtshof sich um Straßenbau kümmere. "Der Amtshof soll doch auch keine Konkurrenz zur freien Wirtschaft sein." Zudem empfinde er es als Problem, dass immer viel telefoniert werden müsse, bevor etwas passiert. Es komme auch vor, dass wegen Urlaub und Krankheit Amtshofmitarbeiter nicht verfügbar sind. "Als Bürgermeister steht man da wie ein General ohne Armee", fasste er die Situation zusammen.

Klaus Peter Blanck (Sydower Fließ) schlug vor, die Amtshofleistungen nicht an der Einwohnerzahl, sondern an der Fläche zu bemessen. Melchows Bürgermeister Wolfgang Lindt kann die Sorgen, die es mit dem Amtshof gibt, nachvollziehen. Ordne man die Mitarbeiter aber direkt den Kommunen zu, habe man möglicherweise nicht genügend qualifizierte Kräfte. "Wir sollen den Amtshof nicht zerschlagen, sondern ihn besser organisieren."

Einig war sich der Ausschuss, dass die Thematik in den Gemeindevertretungen diskutiert werden soll. Um die Mitarbeiter des Amtshofes nicht lange im Ungewissen zu lassen, strebt Stahl spätestens 2010 eine Lösung an.



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