Angermünde/Mürow ArrayDas Tauziehen um die Kita Mürow geht in die nächste Runde. Nachdem es dort anfangs lediglich um Schimmelbeseitigung ging, soll nun plötzlich Einsturzgefahr bestehen.
Seit Monaten kämpfen Eltern um den Erhalt der Kita in Mürow. Doch immer wieder neue Hiobsbotschaften lassen den Erfolg in die Ferne rücken. Am Montagabend verkündigte Ekbert Priebe vom Bauamt vor dem städtischen Hauptausschuss, die Kita könne nur weiter betrieben werden, wenn die Kita-Decke saniert werde. Ein Statiker schließe nach einschlägigen Untersuchungen Einsturzgefahr nicht aus. Anfangs war es eigentlich lediglich um Schimmelbeseitigung in der Kita gegangen, nachdem im März das Gesundheitsamt Alarm geschlagen hatte.
Die Deckensanierung kostet nach Priebes Angaben 44 000 Euro. Er zeichnete zur Hauptausschusssitzung ein erschreckendes Bild vom Zustand des Mürower Gutshauses, in dem die Kita untergebracht ist. Die Decke über der Kita sei nur tragfähig, wenn sie saniert würde. Aber es käme noch schlimmer. Die Dachgeschoss-Decke sei marode und derzeit schon überlastet. Wenn die Decke irgendwo einstürzt, könne die Decke über der Kita die Last nicht aufnehmen, erklärte er.
Stadtverordneter Steffen George (Bürger für Gerechtigkeit) erinnerte daraufhin daran, dass sich im Obergeschoss eine Wohnung befindet. Die sollte möglichst schnell geräumt werden, wenn das Gutshaus so marode sei, gab er Priebe mit auf den Weg. Zur Stadtverordnetenversammlung am 1. Juli wirkte alles noch so, als seien die Proteste der Mürower Eltern von Erfolg gekrönt. Schließlich hatten die Abgeordneten gerade beschlossen, die von Schimmel befallene Gutshaus-Kita zu sanieren. Die Kinder waren derweil im alten Konsum provisorisch untergebracht. Doch dann traf die Nachricht aus dem Landratsamt ein, das Bauordnungsamt werde die Ausnahmegenehmigung für das Notquartier nicht über den 31. Juli hinaus verlängern.
Damit existiert die Kita Mürow quasi nicht mehr. Denn die Kita-Kinder konnten bis heute nicht ins Gutshaus zurück, weil dort angeblich noch die Schimmelpilze sprießen.
Im Moment sind die Mürower Kinder nach der regulären dreiwöchigen Kita-Schließzeit auf andere Einrichtungen aufgeteilt. Eltern vermuteten bereits, sie sollen so lange hingehalten werden, bis sie von alleine die Kita Mürow aufgeben. Bundestagsabgeordneter Jens Koeppen (CDU) kritisierte die Stadtverwaltung stark: "Dahinter steckt vorsätzliches Handeln, um die Kita in Mürow zu schließen und Investitionen zur Sanierung des Gutshauses zu vermeiden. Damit wird nicht nur der Wille der Stadtverordneten missachtet, sondern sich auch dem Willen der Eltern, Erzieher und Bürger in Mürow widersetzt." Die Stadtverwaltung widersprach. Bürgermeister Wolfgang Krakow (SPD) drohte sogar mit einer Unterlassungsklage.

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