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Mit Erleichterung haben am Freitag Atomkraftgegner und Politiker der Region auf die Äußerung des Gryfinoer Bürgermeisters reagiert, der die Pläne zum Bau eines Atomkraftwerkes in seinem Ort nicht mehr unterstützen will.
"Das ist echt ein Hammer, der uns beflügelt", reagierten Mitglieder der Bürgerinitiative "Atomfreies Leben in der Uckermark" spontan auf die Nachricht aus Polen. Gryfinos Bürgermeister Henryk Pital, der bisher mit den Argumenten Arbeitsplatz-Schaffung und wirtschaftlicher Aufschwung für den Bau eines Atomkraftwerkes in seiner Gemeinde aufgetreten war, hatte der Märkischen Oderzeitung gegenüber erklärt, seine Bemühungen um das AKW nicht weiter zu verfolgen. Die Anti-Atomkraft-Demo in Berlin und die Artikulation des Protestes der Uckermark hätten zu seinem Umdenken geführt.
Bei der Bürgerinitiative in Schwedt und Mescherin, die seit Monaten gegen die Pläne Sturm läuft, wird diese Äußerung als Etappensieg gefeiert. Gleichzeitig warnt Volker Schmidt-Roy aber davor, von Entwarnung zu sprechen. Noch habe die Regierung nicht von den Plänen Abstand genommen, ein AKW in Gryfino zu bauen, eine endgültige Entscheidung stehe aus. "Wir werden weiterhin unsere Bedenken vortragen und den Dialog mit unseren Nachbarn suchen, um eine Lösung für die Grenzregion zu finden", so Frank Gotzmann von der BI.
Schwedts Bürgermeister Jürgen Polzehl (SPD) begrüßte die Äußerung erleichtert. "Ein ungutes Gefühl hatte man schon. Jetzt sehe ich die Chance für eine grenzüberschreitende Suche nach einer alternativen Energielösung, die beiden nutzt", so Polzehl. Landtagsabgeordneter Mike Bischoff (SPD), auf dessen Initiative 20 000 Unterschriften gegen das AKW gesammelt wurden, war froh über die Meinungsänderung in Gryfino. "Für eine Entwarnung ist es aber zu früh. Die Entscheidung wird in Warschau getroffen. Bis zur Aufgabe der Pläne werden wir nicht nachlassen", so Bischoff. Auch CDU-Bundestagsmitglied Jens Koeppen reagierte erfreut. "Mit erneuerbaren Energien und deutschen AKW als Brückentechnologie können wir den Neubau in Polen verhindern", so Koeppen.

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