ArrayNeutrebbin Etwa 40 Demonstranten waren am Sonntag dem gemeinsamen Aufruf des Aktionsbündnisses gentechnikfreie Landwirtschaft Berlin-Brandenburg und der Bürgerinitiative gegen CO 2 -Verpressung zur Protestkundgebung mit anschließendem Umzug zum abgeernteten Genmaisfeld gefolgt. Begleitet von knapp 20 Polizisten nutzten zahlreiche Neutrebbiner die Gelegenheit zur Information und Diskussion.
Kopfschütteln zu einigen Thesen der Anti-Gentechnik-Aktivisten, Zustimmung zu den wieder mit originellen Protestideen aufwartenden Bürgeraktivisten gegen die Vattenfallpläne zur CO 2 -Endlagerung: Das Vorhaben, unter der Überschrift "Versuchskaninchen" den Protest zu bündeln, stieß in Neutrebbin nicht unbedingt auf ungeteiltes Echo. Anlass für einen Gedankenaustausch bei Kaffee und Kuchen auf dem Friedensplatz war die sonntägliche Aktion aber allemal. Zumal Ulf Stumpe von der Neutrebbiner Bürgerinitiative recht deutlich umriss, was beide Gruppen ein: Sowohl bei der Genmais-Verhinderung als auch die der Kohlendioxid-Lagerung gehe es darum, die Interessen großer und fast übermächtig scheinender Konzerne deutlich zu machen und über die Risiken aufzuklären, die die Umsetzung solcher Pläne für die Allgemeinheit bedeuteten.
Ulf Stumpe kritisierte, das Vattenfall in der Öffentlichkeit den Eindruck erwecken wolle, dass lediglich in Neutrebbin ein Endlager entstünde. Die Unterirdische Ausbreitung des Kohlendioxids würde nach bisherigen Erkenntnissen der Bürgerinitiative einen Umkreis von rund 50 Kilometern umfassen und somit auch Städte wie Strausberg und den Berliner Rand sowie Orte in Polen erreichen. "Das Bewusstsein darüber ist bei den Einwohnern in den Nachbarorten von Neutrebbin noch gar nicht so recht angekommen", erklärte er. Um mehr Aufmerksamkeit dafür zu bekommen, präsentierte die Bürgerinitiative ihre neuen "Versuchskaninchen"-T-Shirts.
Beim Marsch vom Friedensplatz zum inzwischen abgeernteten Versuchsacker an der Wriezener Straße blieben die in der Mehrheit zugereisten Gentechnikgegner indes weitgehend unter sich. In Neutrebbin wird zwar in diesem Jahr nicht mehr Genmais der Firma Monsanto angebaut, da diese Sorte vom Gesetzgeber verboten wurde. Aber es gab auf einigen kleinen Flächen den Versuchsanbau einer anderen Firma mit Sorten, die nicht verboten sind, weil sie erst erprobt werden. Somit passte der Slogan vom "Versuchskaninchen" auch dafür. "Wir wollen den Bürgern heute auch zeigen, wo sich die Anbauflächen überhaupt befinden. Egal, wie klein diese Flächen sind, eine Gefahr der Kreuzung mit anderen Sorten besteht immer", erklärte Thomas Janoschke vom Aktionsbündnis. Der Biesenthaler ist bereits seit Jahren überall dort im Land unterwegs, wo gegen den Anbau von Genmais oder wie kürzlich auch Genkartoffeln protestiert wird.
Das es dabei nicht immer ohne Sachbeschädigung oder Hausfriedensbruch abgeht, wissen die Beamten des Schutzbereiches Märkisch-Oderland aus Erfahrung. "Wir kennen etliche der Veranstalter vom Aktionsbündnis", erklärte Polizeisprecher Thomas Wendland das vergleichsweise große Aufgebot an Beamten. Die Polizei musste nicht eingreifen.riedlich.

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