ArrayVon Renate Meliß
Biesenthal "Ja, das ist das erste Mal, dass wir hier essen, bisher durften wir hier ja gar nicht rein!" Sebastian Gust, Dario Tetzlaff, Philipp Schlunk und Max-Philipp Bruch sitzen in der neuen Mensa der Grundschule am Pfefferberg in Biesenthal und lassen es sich sichtlich schmecken. Gestern wurde die Mensa eröffnet.
Sie hatten grünen Bohnen-Eintopf und Nudeln mit Tomatensoße vor sich auf den Tellern. Auf dem Büfett an der Wand wartete schon ein Dessert, und Tee stand auch überall zur Selbstbedienung auf den Tischen. Auf 160 Quadratmetern bietet der Speisesaal den Schülern viel Platz. Er ist hell und freundlich gestaltet. Hier macht es Spaß, in angenehmer Umgebung gut zu essen.
Biesenthals Bürgermeister André Stahl (Linke) durchschnitt gemeinsam mit Anne-Kathrin Westen und Lars Wolter, den Klassensprechern der 6a, das symbolische Band aus Luftballons. Dann endlich konnten die Schüler ihre neue Mensa in Besitz nehmen.
An der Essenausgabe, die täglich von 11.20 bis 12.35 Uhr geöffnet hat, warteten schon die beiden Service-Damen Regina Schwade und Edelgard Schmidt. Vier Wahl-Essen zu je 1,79 Euro werden hier künftig im Angebot sein: drei warme und eine Salat-Mahlzeit. "Die Schüler können einen Monat vorher ihre Auswahl treffen", sagte Schulleiterin Cornelia Elgert. Gefüllte Germknödel, Schinken-Spirelli mit Broccoli-Rahmsoße oder Hähnchenschenkel, Jägereintopf, Milchreis oder Fischbouletten und Rinderbraten sind nur eine kleine Auswahl des umfangreichen Menüplanes, aus dem sie wählen können. Per Chipkarte erhalten sie dann ihr jeweiliges Essen. "Es ist uns eine große Freude, die Kinder jetzt hier zu sehen, nachdem wir mit dem gesamten Lehrerkollegium die Mensa auch noch hübsch eingerichtet haben", weist Cornelia Elgert auf die Pflanzen und die neuen Möbel sowie auf die mit Kinderzeichnungen versehenen Tafeln hin, die die Schüler mit Kunstlehrerin Ingrid Schulz angefertigt hatten. Insgesamt 277 Schüler können hier in zwei Durchgängen täglich essen und die Mensa natürlich auch für kulturelle Veranstaltungen nutzen.
Schulrätin Brigitte Reuscher war angetan vom Engagement der Biesenthaler Stadtväter und sieht in dem Neubau ideale Bedingungen für ein ordentliches Mittagessen. Baubeginn für die Mensa war im Mai. Die Baukosten schlugen mit insgesamt 430 000 Euro zu Buche. 200 000 davon waren Fördermittel vom Ministerium für Bildung Jugend und Sport. Die Planung war durch das Ingenieurbüro Kandale in Marienwerder vorgenommen worden. "Da die benachbarte Schule unter Denkmalsschutz steht, galt es im Vorfeld jede Menge Auflagen der Unteren Denkmalschutzbehörde einzuhalten. So zum Beispiel in der Wahl der Fassadenfarbe, der Dachziegel, der Fensterfarben und der Gebäudehöhe", erklärte Grit Secorsky, zuständige Mitarbeiterin für den Hochbau in der Amtsverwaltung. Der bereits vorhandene Küchenbau wurde komplett saniert und mit neuen Möbeln und einem Industriegeschirrspüler ausgestattet. Das Essen selbst wird von einer Catering-Firma geliefert. Im Küchentrakt werden die Schüler am Nachmittag übrigens auch selbst in der Koch-AG oder als Hortkinder leckere Gerichte herstellen. Da kann Pizza gebacken und Marmelade gekocht werden, oder es entstehen Plätzchen in der Vorweihnachtszeit.

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