Schwedt/Criewen Array
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Die Atempause zwischen Oktoberfeststart Freitagnacht in Schwedt und dem Wahlsonntag nutzten hunderte Freunde des Lauf- und Radsports, um beim 4. Nationalparklauf in Criewen Kraft, Luft und Sonne zu tanken. Darunter auch politische Prominenz.
Schwedt bewirbt sich um den Titel sportlichste Stadt. Der Nationalparklauf ist da eines der Pfunde, mit dem sich wuchern lässt. Zumal immer mehr Laufvereine sich den Volkslauftag fest im Terminkalender vermerkt haben. Zu dieser Auffassung kam auch Bürgermeister Jürgen Polzehl (SPD), der als Schirmherr den Nationalparklauf eröffnete. Gemeinsam mit Nationalparkchef Dirk Treichel stieg er wenig später aufs Rad und führte die fast 70 Mann starke Radlertruppe über 17 Kilometer bei herrlichem Sonnenschein auf der AOK-Familien-Radtour durch das Naturwunderland.
MOZ-Sportredakteur Jörg Matthies startete im Fünf-Minuten-Rhythmus die Läufe: Deutsche BKK-Wanderung, DAK-Bambini-Lauf, Nationalpark-Halbmarathon, Stadtsparkassen-Lauf, Asklepios-Lauf, PCK-Lauf, Barmer-Walkingtour, Volksbank-Wanderung und die Oder-Center-Walkingtour. Viele Läufer kamen erschöpft, aber glücklich ins Ziel. Mediziner des Asklepios-Klinikums brachten mit Massagen viele Kreisläufe wieder in Schwung und Muskeln in Form. Dieter Zanke beschrieb sein Lauferlebnis über zehn Kilometer so: "Eine herrlich hügelige Strecke mitten durch den Wald. Der zweite Berg hat die Kraft aus den Beinen und die Luft aus der Lunge gezogen. Wunderschön." Halbmarathon-Siegerin Susanne Scheffler kam topfit ins Ziel. Auf den langen Geraden heizte aber auch ihr die Herbstsonne gehörig ein. Marathon-Sieger Clemens Finger meinte ebenfalls, ihm sei "heftig warm geworden". Manche Gerade beim ersten Nationalpark-Halbmarathon habe sich bis zum Horizont hinzogen. Aber sonst? "Traumhafte Strecke!", schwärmte der Sieger. Matthias Foitzik kam mit der Startnummer 1 als letzter Halbmarathonläufer ins Ziel. Er küsste vor Glück den Boden vor dem Zieleinlauf und dreht sich um. Auf seinem Rücken war zu lesen: "Eigentlich wollte ich nur Brötchen holen ..."
Trotz einer Trainingsverletzung an der Achillessehne kam der CDU-Politiker Jens Koeppen mit seinem Team zum Lauf. Bedauernd sagte er: "Schade, das ist eine klasse Veranstaltung. Aber heute muss mein Team für mich laufen und morgen feiern wir auf jeden Fall." Der CDU-Mann hatte am Sonntag 47. Geburtstag.
Als sportlichste Schule erhielt die Ehm Welk-Oberschule Angermünde als Ehrenpreis zwei Sätze T-Shirts von der MOZ und der Barmer. Sportlehrer Raik Maschke brachte erneut die meisten Schüler an den Start. Die Schule feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen mit einer Festwoche in der letzten Novemberdekade. Aber auch Schwedter Schüler nutzten den Volkslauftag fürs Training. Lehrerin Heike Sternkiker kam mit einer Mannschaft der Brecht-Schule. Bei den Schwedter Hasen liefen außerdem viele Schüler der Grundschule Am Waldrand mit, verriet Hasenvater Dietrich Lüthke, der selbst beim 10-Kilometer-Lauf mit 49:02 eine guten Mittelfeldplatz belegte.
Viele Läufer kamen in Familie. Alexander Prechtl brachte seinen zweieinhalbjährigen Sohn Petrik mit und die E-Junioren-Fußballer des FC-Schwedt. Angela Kühn kam mit den drei Söhnen Sebastian, Philipp und Nicklas. Deren großes Vorbild ist der Papa. Niclas erklärte, warum: "Papa ist den Marathon in Berlin unter fünf Stunden gelaufen. Deshalb wollten wir hier unbedingt mitmachen." Läufer-Ass Thoralf Berg hatte seinen Sohn Simon dabei, der bei den Bambinis startet. Berg lobte nach seinem Zieleinlauf die Organisation und die herrlichen Strecken durch den Nationalpark Unteres Odertal in Criewen: "Ich denke, dieses Volkslauffest ist eine wunderbare Werbung für den Laufsport und die Sportstadt Schwedt."
Nach der Siegerehrung zeichnete Tom Lindemann (AOK) den 87-Jährigen Karl Grödel als ältesten und den zweijährigen Sebastian Kühn als jüngsten Teilnehmer aus. Bei der Tombola mit den Glücksfeen Elisa Erdmann und Luisa Voigt gewannen Annelies Wusrau, Marianne Böhlke und Petra Linke Oder-Center-Einkaufsgutscheine und Lucas Büttner nahm den Hauptpreis, eine MOZ-Kaffeemaschine, mit nach Hause.
Für gutes Essen hatte erstmals in Criewen die Schwedter Klinikum-Küche gesorgt. Am Ende waren die Suppe in der Gulaschkanone alle, alle Hungrigen und Durstigen beköstigt und die Lauffreunde zufrieden, ergab eine Umfrage auf dem Platz.

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