Berlin ArrayDie frühere RAF-Terroristin Inge Viett muss sich seit Donnerstag erneut vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft der 65-Jährigen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und versuchte Gefangenenbefreiung vor. Der Vorfall hatte sich bereits am 20. Juli 2008 ereignet. Damals demonstrierte Viett zusammen mit einer zweiten, ebenfalls angeklagten Frau, gegen das erste Bundeswehrgelöbnis vor dem Reichstag.
Als die Polizei einen Demonstranten wegen Landfriedensbruchs festnehmen wollten, hielten laut Anklage die beiden Frauen den Mann an der Kleidung fest, um dies zu verhindern. Außerdem soll Viett bei ihrer eigenen Festnahme Widerstand geleistet haben.
Beim ersten Bundeswehr-Gelöbnis 2008 vor dem Berliner Reichstag hatten 500 Soldaten vor rund 3.000 Gästen ihr Rekrutengelöbnis abgelegt. Der Ort war von 1.800 Polizisten weiträumig abgesperrt worden. Sieben Gegendemonstranten, darunter auch Viett, wurden vorübergehend festgenommen. Sie hatten sich dagegen gewehrt, dass Beamte die Störung des Gelöbnisses durch Lautsprecher der Demonstranten unterbinden wollten.
Ex-Terroristin Viett nahm in den vergangenen Jahren immer wieder an linken Demonstrationen teil. Sie war nach Beteiligung an mehreren RAF-Straftaten der 70er Jahre in den 80ern in die DDR geflohen und nach der Vereinigung 1992 wegen versuchter Tötung zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. 1997 wurde sie auf Bewährung freigelassen.

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