Landrat Bodo Ihrke ArrayEberswalde 20 Jahre nach dem Mauerfall sind in Eberswalde die Erfolge der Wende deutlich sichtbar. "Eberswalde war in der DDR-Zeit eine triste Stadt mit vom Verfall geprägten Straßen", erinnerte Bürgermeister Friedhelm Boginski (FDP) Freitagabend an die Aufbauleistungen der letzten zwei Jahrzehnte. Anlass zu diesem Resümee bot der zweite Wirtschaftsempfang der Stadt. Mehr als 100 Unternehmer, Politiker, Wissenschaftler und Vertreter von Behörden und Institutionen folgten der Einladung der Stadt, der Technischen Werke Eberwalde sowie der WHG.
Wie Boginski sagte, werde die Stadt weiter auf die Themen Bildung und die Barnimer Null-Emissionsstrategie setzen. Der Mittelstand solle gestärkt und die Unternehmensbesuche des Bürgermeisters fortgesetzt werden. 2010 werde es wieder eine lange Nacht der Wirtschaft geben, die gute Zusammenarbeit mit der Schorfheide, der kreislichen Wirtschaftsfördergesellschaft WITO und der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Finowkanal (KAG) werde verstetigt.
lobte in seiner Rede die "hervorragende Zusammenarbeit und zeigte sich zufrieden, dass die Initiativen des Kreises durch die Barnimer Kommunen aufgenommen werden. Er plädierte dafür, regionale Kreisläufe weiter zu stärken und insbesondere beim Thema Energieeinsparung auf die Potenziale im Kreis zurückzugreifen. Als Hauptredner des Empfangs verlegte sich Steffen Kammradt, Geschäftsführer der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB), ebenfalls auf die Chancen des Barnims. Kammradt regte an, die vorhandenen Stärken neu zu analysieren. Seine Empfehlung lautet "Konzentration auf den Metatrend clean technology", also saubere Technologien, die der nachhaltigen Versorgung mit Energie dienen und bei dem Umwelt und Ressourcen geschont werden. "Wir haben Anfragen im Bereich clean technology, die sich auf Eberswalde richten", so Kammradt. Hervorzuheben sei die Fülle von Kompetenzen, die schon jetzt im Barnim zusammenkommen. Da wären die Bemühungen der Kreises zum nachhaltigen Wirtschaften, Windkraftanlagen, Solarfelder, Produktionsstandorte, Geothermie, ein Holzkraft- und ein Pelletwerk und eine "grüne Hochschule mit dem Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und damit Fachkräfte vor Ort". Beim Profil clean technology habe Eberswalde die Unterstützung der ZAB, so Kammradt.
WITO-Geschäftsführer Rüdiger Thunemann berichtete von Gesprächen mit drei Investoren, die insgesamt 120 Millionen Euro investieren wollen, um 200 Arbeitsplätze zu schaffen. "Bei mindestens einem Investor steht die Chance auf eine Ansiedlung im Barnim deutlich über 50 Prozent", so Thunemann. Gute Nachrichten brachte auch Eckhard Krone, Geschäftsführer der Eberswalder Wurst GmbH, mit. "Vor einem Jahr ging es bei uns um Existenz, jetzt sind wir wieder stabil am Markt. So könnte es weiter gehen", sagte er.

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