Donnerstag, 2. September 2010

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Grüne: Zoo-Zuschüsse nur mit mehr Tierschutz

Berlin ArrayDie rund acht Millionen Euro an jährlichen Zuschüssen des Senats für den Zoo und den Tierpark Friedrichsfelde soll es künftig nur mit deutlich mehr Tierschutz in den beiden Anlagen geben. In einer parlamentarischen Initiative fordern die Grünen im Abgeordnetenhaus den Senat auf, nur noch zu zahlen, wenn die Zahl der Tiere stark verringert und die Gehege erheblich vergrößert werden. In dem Antrag heißt es, "die Zeit der Zoos als große Lebendtiersammlungen ist vorbei". Endgültig Geschichte sei auch die Konkurrenz des Zoologischen Gartens im Westteil mit Friedrichsfelde im Ostteil Berlins.

  Ein Panda hinter Glas: Was f³r die Besucher des Berliner Zoos eine der Hauptattraktionen ist, soll nach dem Willen der Gr³nen k³nftig nur noch bezuschusst werden, wenn die Berliner Tierparks den Tierschutz deutlich verbessern. Foto: dpa ©

Die modernen Ziele der Forschung und Arterhaltung seien nicht mehr durch große Sammlungen sondern vor allem durch sorgfältige Auswahl der gezeigten Tierarten zu erreichen. Jede Tierart sollte deshalb nur noch gezielt an einem der beiden Orte in Berlin präsentiert werden. Negative Beispiele seien bisher die Haltung von aktuell sechs Eisbären im Zoo und von vier Eisbären im Tierpark. Auch Elefanten gebe es in großer Zahl in beiden Tiergärten. Dies sei kaum noch zu verantworten.

Die beiden nach der Wende betrieblich verschmolzenen Zoos werben weltweit mit ihrer Tiervielfalt. Im Zoologischen Garten leben laut Geschäftsbericht zum Jahr 2008 rund 15 200 Tiere. Im Tierpark Friedrichsfelde werden rund 7700 Tiere gehalten. Dabei entwickeln sich die Besucherzahlen unterschiedlich. Während der Zoologische Garten vor allem dank seines Publikumslieblings Eisbär Knut regelmäßig pro Jahr Eintritt von mehr als drei Millionen Menschen kassiert (2008: 14,893 Millionen Euro), rutschte der Tierpark mit 957 411 unter die Millionengrenze (2008: 3,984 Millionen Euro).

Ganz anders sieht es traditionell bei den Zuschüssen aus Steuergeld aus. Der Zoo im Westteil, der hauptsächlich vom Zustrom vieler Touristen profitiert, bekommt vom Senat jährlich rund 1,8 Millionen Euro. Der weitläufige, aber vergleichsweise abgelegene Tierpark kann mit jährlich rund 6,2 Millionen Euro Senatszuschuss kalkulieren. Der sogenannte Zuwendungsvertrag läuft von 2008 bis 2011. In der Mitarbeiterzahl sind beide Zoos auf fast gleicher Höhe: Im Zoo an der Gedächtniskirche arbeiten 223 Mitarbeiter und 16 Auszubildende, in Friedrichsfelde sind es 200 Mitarbeiter und 14 Auszubildende.

Die Grünen-Fraktion stellt in ihrem Antrag die weitere Forderung, dass der Tierpark in einen Themenpark mit Abenteuertiergarten und Safaripark verwandelt wird. Nur so könne das Profil geschärft und wieder mehr Publikum angelockt werden. Beide Zoos müssten sich außerdem bei ihren Nachzuchten grundsätzlich an den bestehenden europäischen Arterhaltungsprogrammen beteiligen. Es sei nicht weiter hinnehmbar, dass überzählige Zootiere über diverse Tierhändler an Orte gebracht werden, "wo Tierschutz keine Rolle spielt". Kritisch heißt es im Antrag der Fraktion: "Moderne Erkenntnisse in der Zootierhaltung, wie sie in anderen Zoologischen Gärten längst gang und gäbe sind, spielen in Berlin eine untergeordnete Rolle."



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