ArrayFür die Region um Beeskow wird Vattenfall in den nächsten Wochen einen Betriebsplan erarbeiten. Dieser muss anschließend ebenfalls vom Landesbergamt zugelassen werden, bevor mit der Erkundung begonnen werden kann, erklärte gestern Ulrich Obst, zuständiger Abteilungsleiter der Behörde.
Bei der geologischen Erkundung soll anderthalb Jahre lang ein 300 Quadratkilometer großes Gebiet zwischen Storkow, Bad Saarow, Müllrose und Friedland mit Geosonaren beschallt werden. Dabei soll ein dreidimensionales Bild der Gesteinsschichten erstellt und die Frage geklärt werden, ob diese gasundurchlässig sind und eine Kuppel bilden, die ein seitliches Entweichen verhindern, erklärte gestern Ralf Krüger, Pressesprecher Vattenfall Europe Mining Cottbus.
Sollte dies der Fall sein, will das Unternehmen anschließend einen Antrag auf Speicherung von Kohlendioxyd stellen. Das Gas soll aus einer Pilotanlage im Kraftwerk Jänschwalde (Spree-Neiße) abgefiltert und per Pipeline zur Verpressung transportiert werden.
Laut Krüger handelt es sich um jährlich 2,5 Millionen Tonnen über einen Zeitraum von 15 Jahren. Zunächst jedoch müsste der Bundestag das im Sommer gestoppte Gesetz zur CO2-Einlagerung beschließen. Laut Krüger soll die Zeit der Erkundung genutzt werden, um die Bevölkerung über die sogenannte CCS-Technologie aufzuklären.
Auch für den Raum um Neutrebbin im Oderbruch gibt es im Landesbergamt einen Antrag auf Erkundung. Wann zu diesem Verfahren eine Entscheidung fällt sei noch nicht absehbar, so Abteilungsleiter Obst gestern. Der Kreistag in Märkisch-Oderland hatte sich gegen eine Verpressung von Kohlendioxyd ausgesprochen.
Mehrere Bürgerinitiativen kämpfen seit Beginn des Jahres gegen die geplanten Gaslager. Die künftige rot-rote Landesregierung wird sich in ihrem Koalitionsvertrag zur CCS-Technologie bekennen. Indes ruft in Beeskow der Landtagtsabgeordnete Peer Jürgens (Die Linke) zu "zivilem Ungehorsam" vor Ort auf.
Die Nachricht von der Genehmigung hat in der Region nicht überrascht. "Wir haben damit gerechnet", sagte sowohl Landrat Manfred Zalenga und Beeskows Bürgermeister Fritz Taschenberger. Beide lehnen das Vorhaben ab, die Stadtverordneten beraten diese Woche Schritte dagegen.

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