Petershagen-Eggersdorf/Rüdersdorf ArrayAm Sonntag ist es soweit: Die Gemeinden Petershagen und Rüdersdorf der neuapostolischen Kirche vollziehen ihre Fusion in Rüdersdorf. Zuvor musste noch die Orgel umziehen.
Mit Handschuhen: Sorgsam wird jede einzelne Pfeife herausgenommen. Orgelbauer Sven Manietta (Firma Sauer) zerlegt die Orgel in der Neuapostolischen Kirche Petershagen. In R³dersdorf wurde das Instrument wieder aufgebaut.
Am Mittwoch um 9 Uhr warten die beiden Orgelbauer schon darauf, dass Heidrun Buley ihnen die Kirchentür aufschließt. Sven Manietta und Gaston Botz von der renommierten W. Sauer Orgelbau GmbH Frankfurt (Oder) werden an diesem Tag den Umzug der Orgel aus der Petershagener Wilhelm-Pieck-Straße 140 in die Rüdersdorfer Rudolf-Breitscheid-Straße 75 bewerkstelligen. Doch zuvor müssen die Kirchenbänke beiseite gerückt und Arbeitsfreiheit für den Abbau geschaffen werden.
Der Umzug der Orgel ist wegen der Fusion der beiden Kirchengemeinden Petershagen und Rüdersdorf notwendig. Eine Bündelung der Kräfte, eine stärkere Gemeinde, das Zusammenführen von Chor, Instrumentalgruppe sowie der Kinder und Jugendlichen beider Kirchengemeinden bilden den Hintergrund. Denn wie überall hat sich der "Geburtenknick" auch in der neuapostolischen Kirche bemerkbar gemacht, obgleich jede für sich eine sehr lebendige Gemeinde sei, betont Heidrun Buley, deren Mann Gerd als Vorsteher der Petershagener inzwischen auch zum Vorsteher der fusionierten Gemeinde gewählt worden ist.
Im künftig gemeinsamen Kirchenhaus braucht es nur ein Instrument. Die Entscheidung fiel zugunsten der 1990 gebauten Petershagener Orgel, rund 20 Jahre jünger als die Rüdersdorfer. Das Orgel-Positiv - ein einmanualiges Instrument der Firma Sauer mit vier Registern - besitzt zwar "nur" die Abmaße eines ordentlichen Kleiderschrankes, doch seine gut 350 Kilo haben es in sich.
Es ist schon ein Unterschied, ob die in weißen Handschuhen steckenden Hände der Orgelbauer sorgsam Pfeife für Pfeife herauslösen und transportsicher verpacken, oder mit männlicher Unterstützung aus der Kirchengemeinde das Orgel-Prospekt zu bewegen versuchen. Millimeterarbeit ist das Durch-die-Tür-Schieben. Sogar der Transportroller muss weggelassen werden. Nach knapp 45 Minuten ist alles passiert. Nach dem Saubermachen wartet an selber Stelle ein Keyboard auf einem kleinen Tisch darauf, am Abend den letzten Gottesdienst im Petershagener Kirchenhaus zu begleiten.
Vor einem halben Jahr war es ernst geworden für beide Seiten. Während der Um-, Aus- und Anbauarbeiten für das neue Gemeindezentrum am Standort Rüdersdorf zogen die als Geschwister bezeichneten Rüdersdorfer vorübergehend in Petershagen mit ein. Nun aber ist das neue Rüdersdorfer Zentrum fertig und kann am Sonntag zum Gottesdienst vom Bezirksältesten eingeweiht werden.
Dann wird mit der Petershagener Orgel etwas Heimatliches aus der 59-jährigen Geschichte der Petershagener neuapostolischen Gemeinde festliche Töne anstimmen. 216-fach kann das Instrument dann wieder aus metallenen und hölzernen Pfeifen erklingen. An diesem Donnerstag wird der Orgelstimmer noch nachregulieren, was notwendig ist. Dann beginnt ein neues Kapitel Geschichte in Rüdersdorf.

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