Donnerstag, 2. September 2010

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Kein Happyend fürs Dornröschenschloss

Sydower Fließ ArraySchwer im Magen liegt den Gemeindevertretern von Sydower Fließ der seit Jahren andauernde Zustand des Gutshauses Sydow und des umliegenden Geländes. Von der Treuhand verkauft, von der Eigentümern verlassen, muss sich jetzt die Gemeinde kümmern. Die Amtsverwaltung hat von der Gemeinde einen Prüfauftrag erhalten, um Bewegung in die Sache zu bringen.

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Grüntal ist im Grunde genommen ein sehr stiller Ort. Man kommt dort vorbei, wenn man von Biesenthal aus in Richtung Schönfeld und Werneuchen will. Außerhalb der Zeit, in der mit den Bussen die Kinder vor der Schule ankommen und wieder abgeholt werden, ist eigentlich kaum etwas los. Nicht einmal eine Gaststätte oder eine kleine Kneipe hat der Ortsteil von Sydower Fließ. Aber immerhin ist dort schon einmal Film gedreht worden. Im Gutshaus Sydow, dass nicht mehr sehr schön, aber noch halbwegs in Takt war. Die LPG hatte dort früher ihre Küche. Nach einem Brand vor Jahren ist das Haus nur noch eine Ruine, Anstoß und Ärgernis für die Gemeinde.

Es waren im Übrigen Szenen für den Film "Wir können auch anders" von Boje Buck, eine Odyssee von zwei deutschen Analphabeten und einem geflüchteten Rotarmisten durch Ostdeutschland. Gedreht wurde in einem der beiden Guthäuser von Grüntal, im Guthaus Sydow, das in einem Ortsteil steht, der schon vor vielen Jahren im Ort Grüntal aufgegangen ist.

Die Immobilie Gutshaus Sydow ist eine Last für die Gemeinde. Vize-Bürgermeister Klaus-Peter Blanck ist empört, dass es immer noch nicht gelungen sei die Kosten für den Feuerwehreinsatz wieder hereinzuholen. Die Eigentümer der Immobilie, ein Tiefbauunternehmen, ist bisher nicht auffindbar. Hinzu komme, dass der Eigentümer dort auch noch Schutt abgeladen hat. Die alte Drogerie vom Eberswalder Markt liegt da, weiß Blanck. "Und wenn erst mal Schutt daliegt ", meint er vielsagend.

Angesichts der jetzigen Situation macht der Vize-Bürgermeister auf eine Reihe unglücklicher Umstände aufmerksam, die bei der Immobilie Gutshaus Sydow eine Rolle spielten, zumal das Nachbargrundstück, die ehemalige Gärtnerei des Gutes zeigt, dass es auch anders geht. Das Areal macht sich momentan zu einer wahren Augenweide heraus. Die Fläche konnte nämlich inzwischen verkauft werden, dort entstand ein Wohnhaus, die umliegenden verunkrauteten Flächen wurde kultiviert und zur Freude der Anwohner und Passanten ist man derzeit damit beschäftigt, die Feldsteinmauer um die Gärtnerei wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen.

Die alte Gärtnerei lag bis zur Wende und dem Stichtag für Vermögensregelungen brach, erklärt der Vize-Bürgermeister den Werdegang. Daher ging diese Fläche in kommunales Eigentum über. So hatte die Gemeinde die Möglichkeit, nach geeigneten neuen Eigentümern zu schauen.

Beim Gutshof war das dagegen anders. Weil dort bis zu diesem gewissen Stichtag um 1990 wie erwähnt die LPG ihre Mitarbeiter bekochte, ging diese Immobilie an die Treuhand. Damit gingen auch die in dem Falle am Ende unglücklichen Zufälle weiter: Die Treuhand verkaufte an besagte Tiefbaufirma, die aber eigentlich nur die Wirtschaftsräume haben wollte, das Guthaus mit. Die Firma verschwand eines Tages, womit offenbar auch das Schicksal des Gutshauses besiegelt war.

Die Kommune hat jetzt Kosten, da sie in der Verkehrssicherungspflicht steht. Die Amtsverwaltung steht vor einem Berg von Arbeit, weil es mehrere Belastungen des Grundstücks durch Geschäftspartner des Eigentümers gibt, der trotz mehrerer Versuche bisher nicht für die Gemeinde zu sprechen war. Man will nun mit dem Geschäftspartnern Gespräche aufnehmen, die darauf abzielen, die Verwertbarkeit der Immobilie zu verbessern, so Amtsdirektor Hans-Ulrich Kühne.



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