Eisenhüttenstadt ArrayMit Empörung hat das Rathaus auf die Kritik des Vereins "Zug der Erinnerung" reagiert. "Das ist nicht nur eine Frechheit, sondern auch eine Diffamierung der Stadt", sagte Bürgermeister Rainer Werner (SPD) gestern. Er fordert vom Verein eine öffentliche Entschuldigung. Sollte dies nicht geschehen, behalte sich die Stadt rechtliche Schritte vor, so der Bürgermeister. Der Trägerverein hatte den ursprünglich ab Sonntag in Eisenhüttenstadt vorgesehenen Halt der rollenden Gedenkstätte, die an in der Nazizeit deportierte jüdische Kinder und Jugendliche erinnert, kurzfristig abgesagt.
Begründet wurde diese Entscheidung auch mit einem angeblichen Desinteresse der Kommune - die auf der Internetseite des Vereins zudem als Domäne rechtsradikaler Aktivisten bezeichnet wird. "Wir fordern den Verein auf, detailliert zu belegen, wo er diese Aktivistenbewegung sieht", sagte Werner und erinnerte daran, dass die Stadt als Mitinitiatorin der Aktion Tolerantes Brandenburg sich wie auch Unternehmen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus engagiere. Er betonte zudem, dass die Stadt das Anliegen des "Zugs der Erinnerung" gut finde und bereit war, das Thema aufzugreifen, auch wenn historische Bezüge zu Eisenhüttenstadt nicht gleich offenbar gewesen wären. Man habe alle Absprachen mit dem Verein, dessen Vorsitzender sehr fordernd aufgetreten sei, erfüllt und geholfen, eine Finanzierung zu finden. Eine weitere Zusammenarbeit mit dem Verein schloss Werner nicht aus. "Die muss jedoch fair und offen sein."

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