ArrayVon Frank Kaiser und Boris Kruse
Enttõuschte Gesichter an der Kasse: Ein Mitarbeiter des Kinos vertr÷stet Besucher, weil der digitale Sicherheitsschl³ssel f³r die 3D-Premiere nicht rechtzeitig eingetroffen ist. Foto: MOZ/Gerrit Freitag
So hatten sich Kino-Mitarbeiter und Besucher im CineStar die Premiere der neuen 3D-Technik nicht vorgestellt. Ein sogenannter externer Keys, der per E-Mail versendet wird, ist nötig, damit der Film überhaupt in der dreidimensionalen Fassung gestartet werden kann. Doch wegen einer Panne beim Filmverleiher, deren Ursache noch nicht geklärt ist, traf der Schlüssel nicht ein. Die Kino-Mitarbeiter stoppten zunächst den Kartenverkauf und sagten die Vorführung schließlich ganz ab, als sich um kurz nach 20 Uhr immer noch keine Lösung abzeichnete. Alle Besuchern, die im Vorverkauf eine Karte erstanden hatten, bekamen ihr Geld zurück.
Dabei wurde das digitale 3D-Spektakel mit großem Aufwand vorbereitet. Auf einer Festplatte, die der Filmverleih per Sonderkurier an die Oder geschickt hatte. Übers USB-Kabel wurden die Daten auf den Server geladen, ohne den rein 3D-technisch gar nichts läuft im Cinestar. Mehr als sieben Stunden brauchte es, das Avatar-Abenteuer zu überspielen. Ein Datensatz von 153 Gigabyte - einschließlich des satten Sechskanalton-Sounds. Zum Vergleich: eine herkömmliche Film-DVD hat Platz für knapp zehn Gigabyte. All die technischen Details dürften für die meisten der Besucher, die sich gestern vor 20 Uhr im CineStar einfanden, wohl eher Nebensache gewesen sein. Sie waren einfach nur gespannt auf das neue digitale Kinoerlebnis, mit dem Eisenhüttenstadt Vorreiter in Ostbrandenburg ist. Und sie wurden nun bitter enttäuscht.
Manche Gäste nahmen es dennoch gelassen und gingen gleich in einen anderen Film. "Das kann passieren, gerade mit neuer Technik", sagte der 17-jährige Schüler Christian Schiller, und sein Freund Kevin Gretschel, ebenfalls 17, ergänzte: "Das Kino kann schließlich auch nichts dafür."
Kinoleiterin Grit Brestrich war Mittwochabend zerknirscht, zumal weit mehr als die Hälfte der 261 rot-samtigen Sessel schon im Vorfeld gebucht worden waren. "Das Kartentelefon hatte geklingelt ohne Ende", erzählt sie, "aber von unserem Verleiher können wir scheinbar nichts erwarten. Der hat uns richtig hängen gelassen." Grit Brestrich wusste, auf was die Filmfans sich nun vergebens gefreut hatten. Sie konnte Avatar schon am Dienstag in 3D sehen. Nicht die ganzen 161 Minuten, sondern nur ein paar Trailer - "aber es war total genial".
Die Kinoleiterin geht davon aus, dass das Problem mit dem elektronischen Sicherheitsschlüssel zum nächsten Vorführtermin behoben ist. Avatar soll trotz der Panne zum Auftakt knapp vier Wochen lang in Eisenhüttenstadt laufen.
Cinestar Tel. 03364 408310

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