ArrayDer Mehrheitsbeschluss der Stadtverordneten, die Klementstraße 10 zum Verkehrswert zu erwerben, obwohl für die Immobilie bereits die Zwangsversteigerung angeordnet war, hatte viel Staub in der Stadt aufgewirbelt. Doch nicht die Kritik an dem Vorhaben erzürnte die Unterstützer von SPD, CDU und Teilen der Freien Fraktion, sondern die Tatsache, dass die Entscheidung, die hinter verschlossenen Türen fiel, in die Öffentlichkeit gelangt war. So stellte Bürgermeister Hubert Handke Strafanzeige gegen Unbekannt wegen des Verrats von Geheimnissen. Fast zeitgleich wurde gegen ihn anonym Strafanzeige wegen des Verdachts der schweren Untreue gestellt. Die Ermittlungen zu beiden Strafanzeigen laufen.
Wiederum hinter verschlossenen Türen hat Handke in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung noch einmal Stellung zu dem Fall bezogen. Nach den Informationen der Märkischen Oderzeitung begründete er nun den Kauf mit einer beabsichtigten Erweiterung der Freiwilligen Feuerwehr. Ihre Umwandlung in eine Wehr mit hauptamtlichen Mitarbeitern wird schon lange vom Kreis gefordert. Handke hatte sich dieser Forderung immer verwehrt, auch weil in der Feuerwehr selbst Vorbehalte bestehen.
Dennoch platzt das Gerätehaus aus allen Nähten. Ein Gutachter stellte fest, dass es nicht aufgestockt werden kann. Vor diesem Hintergrund bietet sich das Nachbargrundstück zur Erweiterung natürlich an.
Eine ganze Reihe von Stadtverordneten verwunderte diese neue Erklärung arg. Zum einen, weil Handke bis dato eine Änderung des Status der Wehr immer abgelehnt hatte. Zum anderen aber auch, weil der jetzige Standort des Gerätehauses mitten in der Innenstadt verkehrstechnisch schon jetzt äußerst problematisch ist.
Nur bei den Linken, die sich noch bei der Abstimmung über den Kauf des Feuerwehr-Nachbargrundstücks Klementstraße 10 standhaft gewehrt hatten, bröckelt nun die Abwehrfront. "Aber Herr Handke, warum haben sie das nicht gleich gesagt?", soll Harald Ueckert ausgerufen haben. "Dann hätte es doch diese Irritationen gar nicht gegeben!"

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