Müllrose ArrayMit dem Gewinn der Bronzemedaille in der höchsten Nachwuchs- Spielklasse des Landes Brandenburg sorgte das A-Jugend-Team der HSG Schlaubetal als Oberliga-Aufsteiger für eine Überraschung.
Als sich die Mannschaft von Trainer Uwe Hobelmann in der Saison-Vorbereitung erstmals in der Müllroser Schlaubetalhalle traf, war erst einmal großes Kennenlernen angesagt. Auf der einen Seite die einheimischen Müllroser Johannes Krüger, Sebastian Bannert, Maximilian Graffenberger, Marcus Bunge, Pascal Hötzel, Andrè, Sebastian Hild und Maximilian Albinus sowie auf der anderen die Neuzugänge Florian Kubusch, Friedrich Hanschel, Robert Heise, Pascal Korau und Matthias Stalla vom ESV Frankfurt und Petrido Prötel, der von der Sportschule Cottbus nach Müllrose zurückgekehrt war.
Für den erfahrenen Trainer Uwe Hobelmann, der unter anderem in Berlin die Regionalliga-Frauen des BVB 49 sowie das Brandenburg-Liga-Männerteam des ESV Frankfurt trainiert hatte, eine schwierige Situation. Die Frankfurter Neuzugänge hatten im Jahr zuvor mit der A-Jugend des ESV den Landesmeistertitel geholt. Der Rest der Mannschaft besaß aber keinerlei Oberliga-Erfahrungen.
Die ersten drei Punktspiele zeigten dann auch, dass der Findungsprozeß bei weitem noch nicht so fortgeschritten war, wie es der Trainer nach einer guten Vorbereitung gehofft hatte. In Oranienburg verlor die HSG sang- und klanglos mit 28:37, das erste Heimspiel gegen den späteren Meister Ludwigsfelder HC ging mit 31:34 verloren, und selbst bei dem eher nicht so stark eingeschätzten 1. SV Eberswalde verloren die Schlaubetaler nach einer schwachen Leistung mit 25:26.
Es folgte eine Leistungssteigerung, die in dieser Form niemand erwartet hatte. Nachdem Trainer Hobelmann seinen Rücktritt angedroht hatte, entwickelte seine Mannschaft nach einer internen Aussprache einen unbändigen Siegeswillen. Die Müllroser gewannen in der Hinrunde alle weiteren Spiele. Auch die Titelaspiranten TSG Lübbenau 63 (25:24) und HSV Senftenberg (23:21) wurden jeweils auswärts besiegt, und die Mannschaft überzeugte dabei sowohl kämpferisch als auch spielerisch. Die Müllroser verbesserten sich vom vorletzten Tabellenplatz nach dem dritten Spieltag bis zur Halbzeit auf den vierten Platz.
Nach diesen starken Auftritten wurden die Müllroser nicht mehr unterschätzt. Im ersten Rückrundenspiel trotzte der spielstarke Oranienburger HC ein 29:29 ab. Ganz im Gegensatz zum Hinrundenstart ließen sich die Schlaubetaler jedoch von der nun stärkeren Gegenwehr nicht mehr beeindrucken und stellten ihre gewachsene Spielstärke und Kampfkraft weiterhin unter Beweis. So erkämpfte man beim heimstarken MTV Altlandsberg ein 31:31, und auch beim SV Motor Hennigsdorf gelang ein Remis (33:33).
Die einzige Niederlage der Rückrunde gab es beim späteren Meister Ludwigsfelder HC mit 31:24. Alle anderen Spiele der Rückrunde wurden gewonnen, wobei vor allem die Siege gegen den Vizemeister HSV Senftenberg (32:19) sowie den Mitkonkurrenten um den dritten Platz TSG Lübbenau 63 (28:23) hervorzuheben sind. Damit war die Rückrunde für die Schlaubetaler mit 13:5-Punkten sogar noch erfolgreicher als die Hinrunde (12:6 Punkte) und wurde mit der Bronzemedaille belohnt, die vor der Saison niemand in Erwägung gezogen hatte.
Die Müllroser hatten einige Mannschaften hinter sich gelassen, die in ihren Vereinen den Nachwuchs für ihre hochklassig spielenden Männerteams bilden sollen und dementsprechend meist über Jahre ausgebildet werden. So der Oranienburger HC (Regionalliga) oder der 1. SV Eberswalde, der HC Spreewald oder die TSG Lübbenau 63 (alle Oberliga Berlin-Brandenburg).
Aus diesem A-Jugend-Team haben mit Johannes Krüger, Friedrich Hanschel, Robert Heise, Pascal Hötzel und Matthias Stalla gleich fünf Spieler den Sprung in die 1. Männermannschaft geschafft, die derzeit als Aufsteiger in der Verbandsliga Süd einen hervorragenden dritten Platz belegt und eine der jüngsten Mannschaften der Liga ist.
Zugleich sieht der Präsident der HSG Schlaubetal Peter Palwitz diese Platzierung des A-Jugend-Teams als Bestätigung für die Nachwuchsarbeit in Müllrose: "Als wir 2006 die HSG Schlaubetal aus den Handballern des MSV Müllrose und der SG Schwarz-Gelb Görzig gebildet haben, war einer der Schwerpunkte die kontinuierliche Entwicklung unserer Nachwuchsmannschaften. Durch Kooperationen mit Kindergärten sowie den Grundschulen in Müllrose und Görzig sowie der stetigen Verbesserung der Arbeit mit den eigenen Nachwuchsmannschaften haben wir eine gute Basis geschaffen."
Dazu bietet Müllrose gerade im Jugendbereich Spielern, die in ihren Vereinen keine Mannschaften mehr haben, die Möglichkeit, sich der HSG anzuschließen. So haben sich dem aktuellen A-Jugend-Team Spieler aus Eisenhüttenstadt, Frankfurt und Beeskow angeschlossen. Um diesen Jugendlichen ein regelmäßiges Training zu ermöglichen, hat sich der Verein einen Kleintransporter zugelegt, der die Spieler zum Training und wieder nach Hause fährt.
"Dabei möchte ich aber auch betonen, dass jedem Spieler freigestellt ist, wieder zu seinem Heimverein zu gehen, wenn er in den Männerbereich kommt. Denn uns geht es nicht in erster Linie um die eigenen Vereinsinteressen, sondern darum, den Handball in unserer Region weiter voranzubringen. Und das geht nur, wenn die Vereine in unserer Region zusammenarbeiteten und jedem Nachwuchshandballer auch eine Perspektive geboten werden kann", bekräftigt Palwitz.

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