Donnerstag, 2. September 2010

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Biesenthaler blicken in Richtung Osten

Biesenthal ArrayAuf eine neue Ebene soll die Zusammenarbeit der Unternehmer des polnischen Nowy Tomysl und der Kommunen des Amtes Biesenthal-Barnim gehoben werden. Vor dem Hintergrund von nur drei Prozent Arbeitslosigkeit in der Partnerregion gibt es insbesondere Interesse an deutschen Offerten.

Grenzregionen sind Randregionen. Das kann Vernachlässigung und Unterentwicklung bedeuten. Es sind aber auch Regionen mit besonderen Chancen, wie es beispielsweise rechts und links des Rheins an der deutsch-französischen Grenze ganz offensichtlich ist. Die deutsch-polnische Partnerschaft kann - mit entsprechenden Rahmenbedingungen - auch viele Möglichkeiten bieten. Die sollen nach dem Beginn der Kontakte von Unternehmern aus dem polnischen Nowy Tomysl und dem Wirtschaftsbündnis Biesenthal-Barnim 2008 nun forciert geschaffen werden.

"Es gibt eine ganze Reihe von Ansatzpunkten, um sich gegenseitig zu helfen", sagt Hartmut Hübner, Vorsitzender des Wirtschaftsbündnisses Biesenthal-Barnim (WBB). Vor dem Hintergrund einer Arbeitslosigkeit von nur drei Prozent existiere auch von der polnischen Seite die Aufforderung an uns, sich bei Ausschreibungen in Polen zu bewerben. Mit entsprechend gut vorbereiteten Angeboten habe man auch die Möglichkeit, in Polen Geld zu verdienen. Wichtig dabei sei die gegenseitige Hilfe, unter anderem durch die polnische Wirtschaftskammer, erläutert Hübner. Dazu könne auch beitragen, dass Bauvorhaben in Polen beschränkt ausgeschrieben werden. Im Gegenzug bestünden für polnische Unternehmen in Deutschland Möglichkeiten in den Bereichen Spedition oder Werbung, Grafik und Design, glaubt Hübner.

Der Biesenthaler Bauunternehmer Thomas Czekalla, der auch Mitglied des Wirtschaftsbündnisses Biesenthal-Barnim ist, findet die Möglichkeiten, die sich in Polen eröffnen könnten, interessant. Wichtig ist für ihn dabei das Umfeld, vor allem müsse die Rechtssicherheit da sein. Dann kann er sich vorstellen, auch mit seinen Mitarbeitern in Polen Aufträge auszuführen. Derzeit, so sagt er, hat er aber auch hier zu tun. Momentan baut seine Firma in Biesenthal die neue Kita.

Peter Jahn, Seniorchef von Märkisch Grün, ist jedoch eher skeptisch. Die Verständigung und die weiten Fahrtstrecken sieht er als Hindernisse an. André Mewis, der ein Planungsbüro hat, betrachtet dieses als zu klein, um auch in Polen Aufträge zu erledigen. Zudem sei da auch noch die Sprachbarriere.

Für die Kontakte zwischen den Unternehmern spielt die vermutlich keine Rolle. Nach dem Besuch der WBB-Delegation erst jetzt im Dezember anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Partnerschaft mit Nowy Tomysl sind die polnischen Wirtschaftspartner zum Wukenseefest eingeladen, das in diesem Jahr am 12. und 13. Juni stattfindet. Dabei soll es auch ein deutsch-polnisches Fußballspiel geben.



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