Donnerstag, 2. September 2010

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Vor 65 Jahren begann die Hölle an der Oder

Kienitz ArrayMit einem Gedenkgottesdienst und Kranzniederlegungen erinnerte am Sonntag die Gemeinde Letschin (Märkisch-Oderland) an den 31. Januar 1945. Vor 65 Jahren errichtete die Rote Armee an diesem Tag den ersten Brückenkopf an der Oder und besetzte Kienitz. Am 12. Januar 1945 war die große Weichsel-Oder-Operation eingeleitet worden. Augenzeugen berichteten, dass mit dem Übersetzen eine drei Monate anhaltende Hölle entlang der Oder begann. Die deutsche Wehrmacht warf alle verbliebenen Kräfte ins Oderbruch, um den Vormarsch auf Berlin zu stoppen. 76 Tage lang wechselte in Kienitz ständig die Front, ehe die Rote Armee am 29. März Küstrin einnahm und ihre Brückenköpfe bis Reitwein ausbaute. Danach begann der Sturm auf die Seelower Höhen. Der Letschiner Gemeindevorsteher Norbert Kaul sprach von 100 000 Menschen, einschließlich der Zivilbevölkerung, die in der größten Schlacht auf deutschem Boden ihr Leben verloren.

Pfarrer Frank Schneider hatte im Gottesdienst deutlich gemacht, dass die Gedenkkultur an jenes schlimmste Kapitel deutscher Geschichte nie verloren gehen dürfe, da sonst die Gefahr bestehe, dass so etwas Unmenschliches wieder geschehen könne. "Frieden ist Geschenk und Gnade", so Schneider. Dafür müsse jeder täglich etwas tun.

Dr. Wiktor J. Wassiljew, Botschaftsrat der Botschaft der Russischen Förderation, dankte der Gemeinde und allen Menschen im Oderland, die Denkmale pflegen und erhalten und die Erinnerung an den opferreichen Krieg wach halten. Heute gedenke auch sein Land aller Opfer des Krieges. Die historische Aussöhnung mit den Deutschen sehe sein Land als die größte Errungenschaft des 20. Jahrhunderts.

Seit Oktober 1970 erinnert in Kienitz ein T 34-Panzer mitten im Ort an die Befreiungstat der Roten Armee vor 65 Jahren. Unmittelbar daneben errichtete die Kommune 1999 ein Mahnmal, das an alle Opfer des Krieges erinnert. An beiden Denkmalen legten Offizielle und private Bürger Kränze und Blumen nieder.



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