ArrayDie Region zwischen Lieberose und dem Schwielochsee könnte in Ostbrandenburg Vorreiter bei der Einführung eines Bürgerbusses werden. Wie Petra-Juliane Wagner vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung in Lieberose einschätzte, seien die Weichen dazu gestellt. Federführend ist die kommunale Tourismus-Entwicklungsgesellschaft Schwielochsee (TEG), unter deren Regie am 14. Dezember ein Bürgerbusverein gegründet wurde, der derzeit über 13 Mitglieder verfügt. Fünf Fahrer seien bereits gefunden wurden, die bereit sind, ehrenamtlich Fahrgäste zu befördern. Das reicht aber noch nicht aus, denn man brauche mindestens 15 Fahrer, ergänzte die VBB-Expertin für ergänzende Personennahverkehre.
Am Rande der Stadtverordnetenversammlung gestattete Petra-Juliane Wagner Einblicke in die ersten Streckenvorschläge und Fahrplanideen. Demnach könnte der Bürgerbus, der aus Lottomitteln des Landes finanziert werden soll, zeitlich versetzt in zwei Schleifen verkehren: Zwischen 9.30 und 10.45 Uhr würde demnach der Bus auf Schleife A von Goyatz über Groß Leine nach Alt Zauche und Straupitz und von dort wieder zurück nach Goyatz fahren. Zwischen 11 und 12.15 Uhr würde der Bus auf Schleife B von Goyatz über Lieberose, Jamlitz, Leeskow, Ullersdorf, Trebitz, Schadow, Pieskow, Speichrow, Jessern und zurück nach Goyatz fahren. Um 14 Uhr startet der Neunsitzer wieder auf Schleife A, um 15.30 Uhr auf Schleife B. Sowohl Jahn, als auch Petra-Juliane Wagner stellten klar, dass es sich hierbei lediglich um ein Konzept handelt. Die Bürger seien herzlich aufgerufen, ihrerseits Vorschläge zu unterbreiten, wann und wohin der Bürgerbus verkehren sollte.
Dass es durchaus einen Bedarf gibt, das hatte die TEG mit einem Gutachten, das die Bevölkerungszahl und Altersstruktur des Gebietes des Amtes Lieberose/Oberspreewald umfasst, nachgewiesen. Petra-Juliane Wagner schätzt die Verwirklichung des Projektes bis zum Sommer diesen Jahres als "sehr realistisch" ein. Die Projektpartner würden sehr professionell vorgehen, lobt die Fachfrau, die auch die erfolgreichen Bürgerbusprojekte in Gransee, im Hohen Fläming sowie in Brieselang betreut.
Im Gegensatz zu Rufbussen handelt es sich bei einem Bürgerbus um ein ÖPNV-Angebot, das auf einer festgelegten Linie beruht. Für die ehrenamtlich tätigen Fahrer (Zielgruppen sind Arbeitslose und rüstige Senioren), ermögliche die Tätigkeit, die mit einer Aufwandsentschädigung "entlohnt" wird, soziale Netzwerke aufzubauen und sich für den ersten Arbeitsmarkt zu empfehlen. Entsprechend positive Erfahrungen habe man bei den drei funktionierenden Bürgerbusprojekten in Brandenburg gesammelt, versichert Petra-Juliane Wagner. Die Kosten für die Qualifizierungen würden gefördert.
Laut dem ÖPNV-Beauftragten des Kreises Oder-Spree, Rainer Hellmich, gibt es derzeit im Kreis keine erkennbaren Bestrebungen, einen Bürgerbus einzurichten. Der letzte Versuch sei 2009 in Neu Zittau unternommen worden, allerdings ohne Erfolg.

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