Bernau ArrayDer 19-jährige Sebastian Walter aus Britz führt seit Sonnabend, 20. Februar, die Barnimer Linken an. Auf einer Mitgliederversammlung in Bernau wurde der angehende Student, der zurzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert, zum Vorsitzenden des Kreisvorstandes gewählt.
"Mutig" in doppelter Hinsicht nannte der bisherige Kreisvorsitzende der Barnimer Linken, Lutz Kupitz, den Schritt, einen 19-jährigen zum Kreisparteichef zu wählen. "Mutig ist es von Sebastian, sich dieser Verantwortung zu stellen. Mutig ist es aber auch von uns, einem so jungen Menschen die Verantwortung für diesen Kreisverband zu übertragen, weil wir doch alle wissen, wie man als reife Generation so manchmal über junge Menschen denkt. Aber wenn wir schon über Generationswechsel reden, dann lasst uns heute auch damit anfangen", warb Kupitz, der selbst nicht mehr als Vorsitzender kandidierte, für den jungen Britzer.
Der schlug sich bei seiner anschließenden Vorstellungsrede mehr als wacker. Rhetorisch stark ließ er seine 19 Lebensjahre Revue passieren, warb für sich mit seinen Aktivitäten in den letzten vier Jahren für die Linken.
Auf Walters Konto geht die Gründung einer Gruppe der Jugendorganisation der Linken, Solid, in Eberswalde. Drei Jahre lang war er zudem stellvertretender Solid-Landessprecher. 2007 rief er das "Jugendbündnis für ein tolerantes Eberswalde" ins Leben, das im vergangenen Jahr von Berlins Regierendem Bürgermeister mit dem "Band für Verständigung" ausgezeichnet wurde. Und schließlich organisierte Walter 2009 den großen Bildungsstreik in Eberswalde, an dem mehr als 500 Schüler und Azubis teilnahmen - "die größte Demonstration in Eberswalde seit 1990", bemerkte er am Sonnabend stolz.
"Nun steh ich hier und kann nicht anders", zitierte der junge Britzer Luther. "So schnell", habe er den Kreisverband gar nicht übernehmen wollen. "Und ich mache das nicht, um mein Ego zu befriedigen", versicherte er. Vielmehr wolle er "diese Partei verändern". Konkret heiße das für ihn, mehr inhaltliche Arbeit in und an der Basis zu ermöglichen. "Genossen müssen mehr tun können in dieser Partei, als die Mitgliederzeitung zu verteilen", so Walter. Und auch wenn der Kreisverband mit seinen 600 Mitgliedern einer der stärksten in Brandenburg sei: "Der Barnim ist noch nicht richtig rot", mahnte der designierte Vorsitzende. "Aber das schaffen wir auch noch", sagte er.
Von 137 anwesenden Parteimitgliedern erhielt Sebastian Walter schließlich 125 Ja-Stimmen. Neun votierten gegen ihn.
Dem Kreisvorstand, der für zwei Jahre gewählt wurde, gehören außerdem Karin Wagner, Rainer Heenemann (beide Stellvertreter), Ulrike Glanz (Schatzmeisterin, Angelika Sperling, Christel Zillmann, Margitta Mächtig, Lutz Kupitz, Christian Rehmer, Hans-Jürgen Buhley und Thomas Sohn an.

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