Donnerstag, 2. September 2010

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Mit Hochdruck ins Wurstregal

Müncheberg Array20 MOZ-Leser waren am Donnerstagnachmittag zu Gast in der Märkische Etiketten GmbH. Sie hatten bei "MOZ öffnet Türen" im Müncheberger Gewerbegebiet die Gelegenheit, hinter sonst verschlossene Türen zu schauen.

"Immer wenn ich hier vorbeigefahren bin, habe ich mich gefragt, was hier wohl passiert", erklärte der Müncheberger Bernd Grafe sein Interesse an der MOZ-Aktion und sprach damit für den Großteil der Anwesenden. Schließlich kamen die meisten Leser aus der Stadt. So auch Karin Hildebrandt, Erzieherin aus der Kita "Rappelkiste": "Wir hatten schon Eltern, die hier gearbeitet haben." Im Falle von Dr. Wolfgang Domscheit waren es Patienten. Und einige, darunter Detlef Klementz, Leiter der Lokalredaktion Strausberg, konnten sich noch an den ersten Standort im Münchehofer Weg erinnern.

Über die Anfänge dort berichtete Andreas-Norbert Schuchardt, im Haus zuständig für die Technik und die Auszubildenden. Er gehört seit 1992 zum Unternehmen und wusste, dass die Wahl eher zufällig auf Müncheberg gefallen war: "Unsere damals drei Gesellschafter aus Westberlin waren branchenerfahren und wussten, was sie besser machen können. In Müncheberg gab es günstig eine Halle und hochqualifizierte Fachkräfte etwa aus dem Forschungszentrum, die schnell eingearbeitet waren."

Der 1999 bezogene Neubau im nahe gelegenen Gewerbegebiet sei für 40 Mitarbeiter gedacht gewesen. Inzwischen seien es 54, die im Dreischichtsystem fast rund um die Uhr tätig sind. Insgesamt zähle die ME-Gruppe, wie sich das Unternehmen kurz nennt, 72 Angestellte, darunter drei im Vertriebszentrum im hessischen Langen.

Gedruckt werden in Müncheberg Etiketten vor allem auf Papier, auf verschiedenen Folien aus Kunststoff, aber auch aus Aluverbundmaterial. Betriebsleiterin Cordula Gossert erinnerte in dem Zusammenhang an Kosmetikproben in Frauenzeitschriften. Die Liste der Kunden sei zudem so lang, dass sie beim Einkaufen fast nur Müncheberger Etiketten sehe - ob im Wurstregal oder in der Drogerieabteilung. Auto- und Haushaltsgerätehersteller, und das nicht nur in Europa, gehören ebenfalls zu den Auftraggebern.

Die Flexibilität des Hauses habe, so Andreas-Norbert Schuchardt, 2008 auch die Juroren des Zukunftspreises der IHK Ostbrandenburg überzeugt.

Der Maschinenpark in der Druckhalle sei auf dem neuesten Stand und eigentlich sogar an eine Erweiterung gedacht, hieß es auf Leserfrage. Dass diese Pläne noch nicht verwirklicht sind, hänge nicht nur mit der weltweiten Wirtschaftskrise zusammen. Auch die technische Entwicklung dürfe man nicht außer Acht lassen, erklärte Ivo Lambrecht vom Berliner Kreativbüro des Unternehmens mit Blick auf den noch in der Entwicklung steckenden Digitaldruck. Noch bedient man sich in Müncheberg des Flexodrucks, einem Hochdruckverfahren.

Da hatten die MOZ-Leser längst den Wareneingang passiert, in denen das Etikettenmaterial meist auf Rollen lagert. Teils haben darauf bis zu 2000 Meter Folie Platz.Kaum vorstellbar, dass das Material mitunter schon nach ein, zwei Tagen das Lager bereits verlassen hat. Im Drucksaal nebenan stehen zehn Maschinen. An der "Königin" kann mit bis zu neun Farben gedruckt werden. Die Klischees (Druckfolien) werden von einem Partnerunternehmen hergestellt und an diesem Nachmittag in einem kleinen Nebenraum von Jessica Kroner auf die Druckzylinder montiert.

Wer sich für den Beruf des Druckers interessiert, kann sich bei der Märkische Etiketten GmbH, seit 1996 ununterbrochen Ausbildungsbetrieb, übrigens noch für ein Praktikum im Sommer bewerben.



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