Jens Lipsdorf ArrayIm Innenministerium gibt es Überlegungen, das Landesamt für Denkmalpflege neu zu strukturieren. Die noch nicht offiziellen Pläne stoßen quer durch alle Parteien auf Ablehnung. Vor allem die Betroffenen sind ratlos.
"Ich bin noch neu im Parlament. Aber ich hoffe nicht, dass das hier der Stil des Umganges miteinander ist", sagte Anja Heinrich, kulturpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion. Gemeint ist damit, dass über den Umbau von Behörden diskutiert wird, die in die Überlegungen nicht einbezogen werden. In Wünsdorf (Teltow-Fläming), wo das Amt angesiedelt ist, herrscht seit Mitte der Woche Aufregung.
Da war bekannt geworden, dass das für Verwaltungsmodernisierung verantwortliche Referat im Hause von Innenminister Rainer Speer (SPD)darüber nachdenkt, die Behörde auseinander zu reißen. Die Archäologie könnte mit dem Berliner Pendant fusionieren und die Denkmalaufgaben auf die Kreise verteilt werden, heißt es in einem internen Papier. Kulturstaatssekretär Martin Gorholt (SPD) war ebenfalls überrascht. Solche Überlegungen kenne er nicht. "Und ich halte die Idee für ausgemachten Quatsch", sagt er.
, Vorsitzender des Kulturausschusses im Landtag, hält eine Trennung der Behörde ebenfalls für unsinnig. Es sei in den vergangenen Jahren gerade erst gelungen, die bauliche Denkmalpflege und die Bodendenkmalpflege zusammenzuführen, sagte er. Außerdem habe Berlin mit den städtischen Grabungen eine ganz andere Ausrichtung. In Berlin hat man von solchen Ideen der Brandenburger auch noch nichts gehört und gibt sich entsprechend reserviert.
Auch die Verteilung der obersten Denkmalaufgaben auf die Landkreise stößt im politischen Raum nicht auf Gegenliebe. "Die Denkmalpflege ist hochspezialisiert. Es ist sinnvoll, die Experten zu bündeln", sagt der kulturpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Reinhold Dellmann. In den Kreisen entsprechende Kompetenzen aufzubauen, sei nicht zu finanzieren. "Wer so etwas vorschlägt, versetzt der Denkmalpflege den Todesstoß", ist Dellmann sicher. Der derzeitige Sparkurs sei für diesen Bereich schon hart genug, fügt der Sozialdemokrat hinzu.
Das Landesamt musste seit 1999 rund 35 Prozent der Mitarbeiterstellen abbauen. Bis 2012 ist eine weitere Reduzierung um jährlich vier Mitarbeiter vorgesehen. Dann sollen 80 Fachleute übrig bleiben, die Hälfte etwa Archäologen. Schon durch diese Reduzierung lasse die Beratung von Eigentümern zu wünschen übrig, heißt es in mehreren Landtagsfraktionen. Vor allem die Besitzer von geschützten Häusern in ländlichen Regionen fühlten sich oft zu wenig beraten.
Auf dem Gebiet der Archäologie stehen demnächst weitere Grabungen an, erklärt Landesarchäologe Franz Schopper. Die Erdgastrasse Opal führt mehr als 250 Kilometer längs durch Brandenburg. In der Prignitz soll in absehbarer Zeit mit dem Bau der Autobahn 14 begonnen werden und die Erweiterung des künftigen Flughafens in Schönefeld muss zusätzlich zu den weiteren Bergbauflächen ebenfalls vorbereitet werden. Aus dem Innenministerium war am Freitag keine Stellungnahme zu den Einspar-Ideen zu erhalten, das Papier sei noch intern und werde überarbeitet.

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