Donnerstag, 2. September 2010

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Frischer Wind in der Lindenallee

ArrayHier ein bisschen Orient, da karibische Träume, dort eine Kreativ-Meile und natürlich auch eine große Portion Kunst. Die Lindenallee soll am 28. Mai zu einer Erlebnis-, Genuss- und Einkaufsmeile werden. So zumindest sieht es der Plan für die "Alle (e) in Bewegung" vor. "Wir wollen die Geschäfte an dem Freitag bis 20 Uhr öffnen", verrät Heike Taistra, die Vorsitzende der Händlervereinigung Pro City in der Lindenallee. Doch das ist längst nicht alles, und das würde auch nicht unbedingt mehr Kunden in die Eisenhüttenstädter Magistrale locken. Das aber ist das erklärte Ziel.

Deshalb soll die Lindenallee am letzten Freitag im Mai zusätzlich in verschiedene thematische Bereiche eingeteilt werden, in denen es beispielsweise Lesungen, Ausstellungen, exotische Tänze, Kochduelle und Modenschauen gibt. Auch mobile Bühnen für Musik und Theater sind angedacht. Überall sollen die Menschen verweilen können und etwas zum Anschauen, Anfassen und Probieren finden. Und Ladenschluss bedeutet an diesem Tag noch lange nicht, dass die Bordsteine hochgeklappt werden. "Wir wollen versuchen, die Lindenallee in ein Lichtermeer zu tauchen, sobald es draußen dunkel wird", sagt Ordnungsamts­chefin Martina Harz, die sich als Mitarbeiterin der Stadtverwaltung im Vorstand von Pro City engagiert.

Das Konzept für das Fest der Geschäftstreibenden wurde im Rahmen des IHK-Wettbewerbs "City Offensive 2010" innerhalb weniger Tage erstellt. Mitglieder von Pro City, Geschäftstreibende sowie die "Raumplaner" des neu eingeführten Geschäftsstraßenmanagements haben dafür an einem Strang gezogen. "Wir haben überlegt, was die Vorteile der Lindenallee sind und womit wir gegenüber anderen punkten können", erklärt Martina Harz. Und siehe da, das, was sonst oft als Nachteil ausgelegt wird, nämlich die großzügige Fläche in der Allee, entpuppte sich auf einmal auch als Chance. Wo viel Platz ist, kann es nämlich auch viele Aktionen geben. Aber für viele Aktionen werden auch Akteure benötigt. "Nur die Händler allein, das funktioniert nicht", betont Heike Taistra - vielleicht sogar mit Blick auf den langen Einkaufssonnabend im Vorjahr. Deshalb wird es Paten geben. Das ist Martina Harz zufolge "etwas völlig Neues". Feuerwehr, Sportvereine, Fitnessstudios, das Theater, die Bibliothek sowie Künstler sollen mit ins Boot geholt werden.

Und genau diese Kombination hat wohl letztlich auch die Jury der IHK überzeugt. "Wir versuchen natürlich, Paten zu finden, die geringe Kosten verursachen", betont Martina Harz mit Blick auf die finanzielle Ausstattung. Denn das IHK-Preisgeld von 8000 Euro reicht nicht ewig. Ein Pate hinter den Kulissen ist beispielsweise auch die Stadtverwaltung. Wenn es um Sondernutzungsgebühren geht, wolle man versuchen, wenn überhaupt, die Minimalvariante zu erheben, sichert Martina Harz zu. "Wir suchen noch Menschen, die sich mit Ideen und Aktionen in unser Fest einbringen wollen", erklärt Heike Taistra.

Unabhängig von den Paten sind vor allem die etwa 64 Geschäftsinhaber in der Allee gefordert - egal, ob es sich um Tourismusverein, Bäcker, Hähncheneck, Kosmetiksalon, Banken oder Versicherungen handelt. "Alle müssen sich wirklich einbringen", fordert Heike Taistra, und zwar unabhängig davon, ob sie zu den derzeit elf ordentlichen oder acht Fördermitgliedern von Pro City gehören. Auch wenn es um die Bewirtung der Kunden geht, setzt man aufs Angebot der Lindenallee.

Für die Vorstandsvorsitzende von Pro City ist "Alle (e) in Bewegung 2010" aber nur ein Anfang. Das Konzept soll Nachhaltigkeit haben und in dieser oder etwas abgewandelter Form auch künftig zum Einsatz kommen. Es könnte sich neben dem Lichterfest zu einer Tradition entwickeln und bewirken, dass die Händler zusammenwachsen und die Kunden die Bewegungsfreiheit und das Angebot in der Lindenallee schätzen lernen.



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