Donnerstag, 2. September 2010

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Frauen und Männer suchen ihre Rollen

Eisenhüttenstadt ArrayUnterschiedliche Bezahlung, schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und die oft schwierige Entscheidung zwischen Kind und Karriere. Darüber haben gestern im Rahmen der Frauenwoche 25 Frauen im Frauen- und Familienzentrum diskutiert. Ihr Fazit: Gleichstellung ist längst kein alter Hut.

"Frauen werden schlechter bezahlt und müssen sich immer mehr beweisen als Männer", sagt Jenny Hilcken und bezieht sich damit vor allem auf den Arbeitsmarkt. Sie ist nicht die Einzige, die das in der Diskussionsrunde betont. Auf die Frage, warum Frauen laut Studien etwa 20 Prozent weniger verdienen als Männer, antwortet Jenny Hilcken: "Vielleicht sind wir Frauen bereit, auf Geld zu verzichten und stellen nicht so hohe Forderungen, damit wir überhaupt einen Job bekommen."

Auch Familie und Beruf lassen sich nicht einfach vereinbaren, findet Antje Nemack. Viele Frauen würden sich bewusst für die Karriere und gegen Nachwuchs entscheiden. Andere hingegen bekommen nach der Schule sehr früh Kinder, weil sie auf dem Arbeitsmarkt keine Chance sehen und als Mutter Anspruch auf staatliche Zuschüsse und eine Wohnung haben, fügt Jenny Hilcken hinzu.

Einig waren sich alle, dass "Gleichberechtigung längst kein alter Hut ist", wie Brigitte Neumann betont. "Es ist eine Revolution im Gange. Damit haben die Männer Probleme", sagt sie und stößt eine Diskussion an, die auch Gleichstellungsbeauftragte Michaela Hänsel aufgreift. "Ich vermisse die Diskussion unter Männern zum Thema Gleichstellung", sagt sie. "Männer sollten sich stärker mit ihrem eigenen Rollenbild auseinandersetzen und damit, was von ihnen erwartet wird." Sie seien oft verunsichert und würden bislang aber nur vereinzelt Rat bei ihr suchen. Dann ginge es meist darum, dass man ihnen verbieten will, nach einer Trennung das eigene Kind zu sehen. Die Probleme der Frauen hingegen würden sich meist um Mobbing oder Gewalt in der Familie drehen, sagt Michaela Hänsel. Sie selbst ist überzeugt davon, dass Eisenhüttenstadt weiterhin eine Gleichstellungsbeauftragte braucht. Hier ginge es nicht nur um Emanzipation oder Feminismus, sondern um Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Frauenwoche heute: Frauen-Verkehrssicherheit, 10-12 Uhr, 15-17 Uhr, Stadtteilbüro offis



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